:: wikimiki.org ::
| 17. Februar |
17. FebruarDer 17. Februar ist der 48. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben noch 317 Tage (in Schaltjahren 318 Tage) bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1370 - Die Litauer werden vom Deutschen Ritterorden unter Winrich von Kniprode besiegt.
- 1500 - In der Schlacht bei Hemmingstedt schlagen Dithmarscher Bauern unter Führung von Wulf Isebrand das dänische Heer.
- 1753 - Dem 17. Februar wird in Schweden der 1. März folgen, nachdem das Land den Gregorianischen Kalender einführt.
- 1820 - Das Repräsentantenhaus der USA verabschiedet den Missouri-Kompromiss.
- 1854 - Großbritannien erkennt die Unabhängigkeit des Orange Free State in Südafrika an.
- 1864 - Das amerikanische U-Boot "C.S.S. Hunley" ist das erste U-Boot der Welt, das ein gegnerisches Schiff, die "U.S.S Housatonic" versenkt. Bei der Aktion geht die Hunley jedoch verloren.
- 1865 - Columbia, die Hauptstadt von South Carolina, wird von den Konföderierten auf ihrer Flucht vor den anrückenden Kräften der Nordstaaten niedergebrannt.
- 1900 - Wilhelm II. erklärt die Samoainseln zum deutschen Schutzgebiet.
- 1923 - Die Grabkammer Tutanchamuns wird im ägyptischen Tal der Könige geöffnet.
- 1933 - Das Magazin Newsweek erscheint zum ersten Mal.
- 1933 - Der Blaine Act beendet die Prohibition in den USA.
- 1934 - Belgien. Tod von König Albert I..
- 1944 - Die Schlacht um das Eniwetok-Atoll beginnt und endet am 22. Februar mit einem Sieg der Amerikaner.
- 1947 - Die Stimme Amerikas beginnt ihre Radiosendungen in die Sowjetunion.
- 1955 - Christian Pineau wird Premierminister Frankreichs.
- 1964 - Das oberste Gericht der USA entscheidet, dass die amerikanischen Kongressdistrikte jeweils in etwa gleiche Bevölkerungszahlen haben müssen.
- 1972 - Italien. Giulio Andreotti wird neuer Regierungschef.
- 1978 - Ramón Rubial wird Präsident der ersten autonomen Regierung im Baskenland.
- 1979 - China marschiert in Vietnam ein.
- 1994 - Belgien wird durch eine Verfassungsänderung zum Bundesstaat.
- 1996 - In Philadelphia besiegt Schachweltmeister Garri Kasparow den Supercomputer "Deep Blue" in einem Schachspiel.
- 1997 - Bulgarien stellt den Antrag auf Vollmitgliedschaft in der NATO
- 1997 - Deutschland. Der jordanische König Hussein trifft in Bonn mit Bundeskanzler Helmut Kohl zusammen.
- 1999 - Dänemark. Jonathan Motzfeldt wird Regierungschef.
Wirtschaft
- 1867 - Das erste Schiff passiert den Sueskanal.
- 1935 - Der Achtstundentag wird in Deutschland als verbindliche Arbeitszeit eingeführt.
- 1972 - Der Verkauf des VW Käfer übertrifft mit 15 Millionen jenen des Ford Model-T.
- 2003 - Australien und Singapur unterzeichnen ein Freihandelsabkommen.
Wissenschaft und Technik
- 1897 - Nach eingehender Prüfung nimmt die Technische Universität München den von Rudolf Diesel in der Maschinenfabrik Augsburg entwickelten 10 PS starken Motor ab (erster Versuchs-Dieselmotor).
Kultur
- 1802 - Die Oper "Il Cid della Spagna" von Giuseppe Farinelli wird im Teatro La Fenice uraufgeführt.
- 1859 - Die Oper "Ein Maskenball" von Giuseppe Verdi wird im Apollo-Theater in Rom uraufgeführt.
- 1865 - Uraufführung der Oper "Der Deserteur" von Ferdinand Hiller in Köln.
- 1892 - Uraufführung der Oper "Winkelried" von Louis Lacombe am Grand Théâtre in Genf.
- 1904 - Uraufführung der Oper "Madama Butterfly" von Giacomo Puccini am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1913 - Die Armory Show öffnet in New York City
- 1914 - Das Schauspiel "Der Bogen des Odysseus" von Gerhart Hauptmann wird in Berlin uraufgeführt.
- 1927 - Uraufführung der Oper "Hanneles Himmelfahrt" von Paul Graener in Dresden.
- 1952 - Uraufführung des lyrischen Dramas "Boulevard Solitude" von Hans Werner Henze am Staatstheater in Hannover.
Religion
Hannover
- 1600 - Von achtjähriger Kerkerhaft körperlich gebrochen wird der 52jährige Dominikanerpater und Philosoph Giordano Bruno auf dem Campo dei Fiori in Rom als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Todesurteil gegen Bruno wird von Papst Johannes Paul II. am 12. März 2000 im Rahmen eines Gottesdienstes zum 'Tag der Vergebung' öffentlich bereut werden.
Katastrophen
- 1164 - Bei einer schweren Sturmflut an der deutschen Nordseeküste entsteht der Jadebusen, es gibt 20.000 Tote.
- 1962 - In der Nacht vom 16. zum 17.2 sucht eine schwere Sturmflut Norddeutschland und Hamburg heim.
- 1996 - Ein Erdbeben der Stärke 8,2 in der Region Irian Jaya, Indonesien. 166 Tote.
Sport
- Eintragungen von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1924 - In Miami (Florida) schwimmt Johnny Weissmüller mit 57,4 Sekunden einen neuen Weltrekord über 100 m Freistil.
Geboren
- 1444 - Rudolf Agricola, niederländischer Frühhumanist
- 1591 - Jusepe de Ribera, spanischer Maler
- 1602 - Pier Francesco Cavalli, italienischer Komponist
- 1653 - Arcangelo Corelli, italienischer Geiger und Komponist
- 1699 - Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, Baumeister, Maler und Architekt in Preußen
- 1717 - Adam Friedrich Oeser, deutscher Maler und Bildhauer
- 1723 - Tobias Mayer, deutscher Kartograf, Geograf, Mathematiker und Astronom
- 1740 - Horace-Bénédict de Saussure, Schweizer Naturforscher
- 1752 - Friedrich Maximilian Klinger, deutscher Schriftsteller und Dramatiker
- 1781 - René Théophile Hyacinthe Laënnec, französischer Mediziner und Erfinder des Stethoskops
- 1794 – Heinrich Schmieder, Theologe und Ehrenbürger Wittenbergs
- 1796 - Giovanni Pacini, italienischer Musikpädagoge und Komponist
- 1796 - Philipp Franz von Siebold, deutscher Arzt, Japan- und Naturforscher und Pflanzenjäger
- 1799 - Carl Julian von Graba, königlich dänischer Justizrat
- 1801 - August von Voit, deutscher Architekt
- 1807 - Johann Rudolf Dolder, Schweizer Politiker
- 1817 - Christoph Moufang, Bischofsverweser des Bistums Mainz
- 1820 - Henri Vieuxtemps, belgischer Komponist und einer der berühmtesten Violinisten
- 1821 - Lola Montez, irische Hochstaplerin und Tänzerin
- 1822 - Georg Weerth, deutscher Kaufmann und Schriftsteller
- 1825 - Albrecht Weber, deutscher Sanskritist und Historiker
- 1827 - Georg von Liebig, deutscher Mediziner und Klimatologe
- 1830 - Gerard Krefft, deutsch-australischer Zoologe und Paläontologe
- 1844 - Bernadette Soubirous, französisches Mädchen, der im Jahre 1858 die Mutter Gottes erschien
- 1854 - Friedrich Alfred Krupp, deutscher Unternehmer
- 1862 - Ogai Mori, japanischer Schriftsteller
- 1864 - Andrew B. Paterson, australischer Dichter
- 1865 - Ernst Troeltsch, deutscher Theologe und Politiker
- 1876 - Hans Bernoulli, Schweizer Architekt und Städtebauer
- 1877 - André Maginot, französischer Politiker
- 1885 - Romano Guardini, deutscher Theologe und Philosoph
- 1886 - Arnold Hörburger, niederländischer Fußballspieler
- 1886 - Erich Zeigner, deutscher Politiker, Ministerpräsident Sachsens
- 1887 - Joseph Bech, luxemburger Staatsmann und Politiker
- 1887 - Leevi Madetoja, finnischer Komponist
- 1888 - Otto Stern, deutsch-US-amerikanischer Physiker, Nobelpreis für Physik 1943
- 1891 - Georg Britting, deutscher Schriftsteller
- 1896 - Wladimir Rudolfowitsch Vogel, russischer Komponist
- 1897 - Marian Anderson, US-amerikanische Sängerin
- 1898 - Bruno Leddin, deutscher Politiker
- 1904 - Hans Morgenthau, deutscher Jurist und Politikwissenschaftler
- 1905 - Rózsa Péter, ungarische Mathematikerin
- 1912 - Andre Norton, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1913 - René Leibowitz, französischer Dirigent, Musikpädagoge, Schriftsteller und Komponist
- 1914 - Arthur Kennedy, US-amerikanischer Schauspieler
- 1914 - Peter Mosbacher, deutscher Schauspieler
- 1916 - Raf Vallone, italienischer Schauspieler
- 1919 - Kathleen Freeman, us-amerikanische Schauspielerin
- 1922 - Tommy Edwards, US-amerikanische Sängerin
- 1929 - Graham Hill, britischer Rennfahrer
- 1930 - Ruth Rendell, britische Schriftstellerin
- 1933 - Bobby Lewis, US-amerikanischer Sänger
- 1935 - Johnny Bush, US-amerikanischer Sänger
- 1937 - Rita Süssmuth, deutsche Politikerin
- 1937 - Willi Koslowski, deutscher Fußballspieler
- 1939 - John Leyton, britischer Schauspieler und Sänger
- 1940 - Eckart Werthebach, Präsident des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz
- 1940 - Winfried Hassemer, deutscher Strafrechtswissenschaftler, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts
- 1941 - Gene Pitney, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1941 - Heidi Biebl, deutsche Skirennläuferin und Olympiasiegerin
- 1942 - Heinrich Breloer, deutscher Regisseur
- 1943 - Ray Austin, britischer Sänger
- 1943 - René Préval, haitianischer Unternehmer, Staatspräsident
- 1946 - Wolfgang Wiegard, Professor für Volkswirtschaftslehre
- 1947 - Dodie Stevens, US-amerikanischer Kinderstar
- 1949 - Anne Lonnberg, US-amerikanische Schauspielerin
- 1950 - Wolfgang Hofer, öster. Sänger (Wolfgang "Trödler Abraham") und Songautor/Texter
- 1951 - Roland Collombin, Schweizer Skiläufer
- 1952 - Karin Büttner-Janz, ehemalige deutsche Kunstturnerin und Klinik-Direktorin
- 1952 - Ludger Volmer, deutscher Politiker
- 1954 - Rene Russo, US-amerikanische Schauspielerin
- 1956 - Richard Karn, US-amerikanischer Schauspieler und Showmaster
- 1956 - Stephan Hilsberg, Mitglied Volkskammer der DDR
- 1961 - Ariane Ehrat, Schweizer Skirennläuferin
- 1963 - Michael Jordan, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1965 - Volker Engel, deutscher Visual Effects-Supervisor und Filmproduzent
- 1971 - Denise Richards, US-amerikanische Schauspielerin
- 1972 - Billie Joe Armstrong, US-amerikanischer Punkband Leadsänger
- 1973 - Stefan Kretzschmar, deutscher Handballspieler
- 1974 - Bryan White, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1981 - Paris Hilton, US-amerikanische Hotelerbin
- 1982 - Adriano Leite Ribeiro, brasilianischer Fußballspieler
Gestorben
- 1285 - Lukas von Padua, Franziskanermönch
- 1339 - Otto der Fröhliche, Herzog von Österreich
- 1575 - Cesare I. Gonzaga, Sohn des kaiserlichen Feldherrn Ferrante I. Gonzaga
- 1600 - Giordano Bruno, italienischer Philosoph
- 1612 - Ernst von Bayern, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1652 - Gregorio Allegri, italienischer Priester, Komponist und Tenorsänger
- 1654 - Michael Lohr, deutscher Komponist
- 1673 - Molière, französischer Komödiendichter
- 1711 - José Vaquedano, spanischer Komponist und Kapellmeister
- 1788 - Maurice-Quentin de La Tour, französischer Maler
- 1803 - Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, letzter Fürstbischof von Straßburg und Protagonist der Halsbandaffäre
- 1807 - Johann Rudolf Dolder, Schweizer Politiker
- 1819 - Philippe-Louis-Marc-Antoine de Noailles, prince de Poix, französischer Politiker
- 1820 - Franz Regis Clet, Missionar in China
- 1827 - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge
- 1856 - Heinrich Heine, deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist jüdischer Herkunft
- 1874 - Adolphe Quetelet, belgischer Mathematiker, Statistiker und Astronom
- 1875 - Friedrich Wilhelm August Argelander, deutscher Astronom
- 1877 - Salomon Hermann Mosenthal, Dramatiker und Librettist
- 1890 - Christopher Latham Sholes, US-amerikanischer Buchdrucker, Journalist und Erfinder
- 1891 - Theophil Edvard Freiherr von Hansen, dänisch-österreichischer Baumeister
- 1892 - Johan Sverdrup, norwegischer liberaler Politiker
- 1907 - Henry Steel Olcott, Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft
- 1909 - Geronimo, Kriegshäuptling der Apachen
- 1912 - Alois Aehrenthal, österreichischer Politiker
- 1913 - Joaquin Miller, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1915 - Francisco Giner de los Ríos, spanischer Philosoph und Pädagoge
- 1919 - Wilfrid Laurier, kanadischer Premierminister
- 1925 - Julius Hirschberg, deutscher Ophthalmologe
- 1934 - Albert I. (Belgien), König der Belgier
- 1934 - Richard Zoozmann, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1934 - Siegbert Tarrasch, deutscher Schachgroßmeister
- 1939 - Willy Hess, deutscher Violinvirtuose und -lehrer
- 1958 - Wilhelm Bahlburg, deutscher Politiker
- 1962 - Bruno Walter, US-amerikanischer Dirigent, Pianist und Komponist
- 1966 - Hans Hofmann, deutscher Maler
- 1970 - Alfred Newman, US-amerikanischer Filmkomponist
- 1970 - Samuel Agnon, hebräischer Schriftsteller
- 1971 - Karl Meitmann, deutscher Politiker
- 1980 - Graham Sutherland, britischer Maler und Graphiker
- 1980 - Oskar Paulini, deutscher Schriftsteller
- 1982 - Lee Strasberg, Mitbegründer des 'Group Theatre'
- 1982 - Thelonious Monk, US-amerikanischer Jazzpianist und komponist
- 1986 - Jiddu Krishnamurti, Philosoph
- 1989 - Johannes Sobek, deutscher Fußballspieler
- 1989 - Marguerite Roberts, US-amerikanische Drehbuchautorin
- 1990 - Keith Haring, US-amerikanischer Künstler
- 1994 - Gretchen Frazer, ehemalige US-amerikanische Skifahrerin
- 1995 - Werner Bruschke, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
- 1996 - Hervé Bazin, französischer Schriftsteller
- 1996 - Michel Pablo, Trotzkist aus Griechenland
- 1997 - Bärbel Inhelder, schweizerische Entwicklungspsychologin
- 1997 - Darcy Ribeiro, brasilianischer Anthropologe, Politiker, und Schriftsteller
- 1998 - Ernst Jünger, deutscher Schriftsteller und Publizist
- 1998 - Nicolas Bouvier, französischer Schriftsteller, Reiseautor und Journalist
- 2002 - Heinz Kaminski, Chemie-Ingenieur und Weltraumforscher
- 2003 - Julian Bigelow, US-amerikanischer Ingenieur
- 2005 - César Marcelak, französischer Radrennfahrer
- 2005 - Dan O'Herlihy, irischer Schauspieler
- 2005 - Harald Szeemann, Schweizer Kurator
- 2005 - Jens Martin Knudsen, dänischer Astrophysiker
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Gedenktage:
- Die sieben heiligen Gründer des Servitenordens (katholisch)
- Bonosus von Trier (katholisch)
- Evermod von Ratzeburg (katholisch)
- Finan von Lindisfarne (katholisch)
- Flavian von Konstantinopel (katholisch)
- Johann Heermann (evangelisch)
- Lukas Belludi (katholisch)
- Mangoldus von Isny (katholisch)
- Mazelin von Salzburg (katholisch)
- Silvinus von Auchy (katholisch)
- Theodor von Euchaïta (orthodox)
- Namenstage: Lukas
Siehe auch
- 16. Februar - 18. Februar
- 17. Januar - 17. März
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0217
ja:2月17日
ko:2월 17일
simple:February 17
th:17 กุมภาพันธ์
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
1370
Politik und Weltgeschehen
- Friedrich III. von Saarwerden wird Erzbischof von Köln.
- Pest bis 1376.
- In der Eidgenossenschaft wird eine einheitliche Rechtsordnung eingeführt, u.a. die Vorrechte der Geistlichkeit beschränkt ("Pfaffenbrief").
- 17. Februar Der Deutsche Orden besiegt Litauen in der Schlacht bei Rudau.
- Beginn des Baus der Bastille in Paris.
- Nach dem Tod Urban V. wird Gregor XI. Papst.
- Der "Frieden zu Stralsund" beendet den Krieg zwischen Dänemark und den deutschen Hansestädten an der Ostsee.
- 11. April - Friedrich I. (Sachsen), Fürst aus dem Hause Wettin († 1428)
- 22. Juni - Johann (Görlitz), war der einzige Herzog von Görlitz († 1396)
- Konrad von Soest, Maler († 1425)
- 5. November - Kasimir III. der Große, König von Polen ( - 1310)
- 19. Dezember - Papst Urban V. ( - 1310)
ko:1370년
Deutscher Orden
Der Deutsche Orden (auch Ordo Teutonicus, Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum, Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, Deutschherrenorden, Kreuzritterorden, Deutschritterorden oder Deutscher Ritterorden) (abgekürzt OT = Ordo Teutonicus) ist ein geistlicher Ritterorden und war maßgeblich an der Deutschen Ostkolonisation beteiligt. Seit 1929 ist er ein klerikaler Orden. Er ist neben dem Johanniter- bzw. Malteserorden und den Templern der dritte große Ritterorden, der während der mittelalterlichen Kreuzzüge gegründet wurde.
Zeichen, Kleidung, Motto
Das Ordenszeichen ist ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Zur typischen Ordenskleidung gehört für die Geistlichen, welche Soutane, Halskreuz und Brustkreuz tragen, ein weißer Mantel, auf dem linksseitlich ein schwarzes Kreuz angebracht ist. Das Motto des Ordens lautet „Helfen, Heilen, Wehren“.
Generalabt des Ordens, der den Titel Hochmeister trägt, ist seit 2000 Dr. Bruno Platter.
Geschichte
Gründungszeit und Kreuzzüge
Bruno Platter
Die Gründung des Deutschen Ordens fand 1190 während des Dritten Kreuzzuges statt. Der ursprüngliche Krankenpflegeorden wurde im März 1198 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt, der seinen Sitz in der Hafenstadt Akkon im heiligen Land, im Norden des heutigen Israel, hatte. Der Templerorden diente bei dieser Umwandlung als Vorbild. Diese Umwandlung ist auf das Betreiben des Deutschen Reiches zurückzuführen und begann bereits unter Kaiser Heinrich VI. im Jahre 1197. Der Orden, dessen Militarisierung durch die Johanniter und Templer geduldet wurde, sollte der Einflussnahme des Reiches im Heiligen Land dienen, da die Deutschen dort keinen Stützpunkt besaßen, welcher ihre Interessen vertreten konnte. Im Heiligen Land gelang dem Orden nicht nur der Erwerb des Hafenzolls in Akkon und 1220 der Erwerb der Seigneurie de Joscelin, sondern auch das Erlangen eine Lehnsexemtion, welche ihn zwar nicht aus dem Lehnsverband des Königreiches löste, wohl aber von allen Verpflichtungen diesem gegenüber befreite. Zu diesem trat noch die, wenn auch in sarazenischer Hand befindlichen, Baronie Toron. Diese wurde aus jeglichem Lehnsverband herausgenommen und bildete eine gänzlich eigenständige Herrschaft. Dieser Verzicht des Königreichs Jerusalem auf alle Reichsrechte ist ohne Beispiel und findet seinen Grund darin, dass Kaiser Friedrich II., zugleich König von Jerusalem, den Orden besonders privilegieren und an herausragender Stelle in seine imperiale Politik einbauen wollte. Er wiederholte dies übrigens mit der Übergabe der noch vom Orden zu erobernden Gebiete an der Ostsee. Unzweifelhaft ist dies alles auf den Hochmeister Hermann von Salza zurückzuführen, dem bedeutendsten Berater des Kaisers, ohne dessen Rat er nichts unternahm.
Konzentration auf Europa und Ostkolonisation
Nach dem Scheitern der Kreuzzüge suchte der Orden eine Heimat in Deutschland. Andreas II. von Ungarn bot im Jahre 1211 an, durch Kriegsdienste gegen die Kumanen ein Heimatrecht im Burzenland in Siebenbürgen zu erwerben. Der Versuch des Ordens, diese Heimat als einen unabhängigen Staat zu entwickeln, endete mit der Vertreibung des Ordens im Jahre 1225.
Ein zweiter Versuch des Landerwerbs war erfolgreich: Der Ordenshochmeister Hermann von Salza ließ sich vom deutschen Kaiser Friedrich II. mit der Goldenen Bulle von Rimini und vom Papst Gregor IX. mit der Goldenen Bulle von Rieti garantieren, dass nach der Unterwerfung und Missionierung des Baltikums (u.a. der Pruzzen) das eroberte Land an den Orden falle.
Eine Kampagne zur Unterstützung des polnischen Herzogs der Piasten, Konrad I. von Masowien, begann im Jahre 1226. Konrad von Masowien schenkte dem Orden nach längerem Zögern im Vertrag von Kruschwitz 1230 "auf ewige Zeit" das Kulmer Land. Kontrovers ist am Kruschwitzer Vertrag weniger das Rechtsgeschäft als vielmehr das Echtheitsproblem (bestritten von M. Perlbach; von der poln. Historiographie weitgehend übernommen). A. Seraphim hat erhebliche Gründe für die Authentizität dieses Vertrages namhaft gemacht. Die Echtheitskontroverse hat insofern grundsätzlich Bedeutung, als im Fälschungsfalle die rechtliche Basis des Ordensstaates in Preußen defizient sein könnte. Außer Frage steht, dass das Ergebnis der Entwicklung in Preußen nicht den ursprünglichen Absichten Konrads I. entsprach. Der Deutsche Orden betrachtete den Vertrag als Instrument zur Schaffung eines selbständigen Herrschaftsgebietes in Preußen.
Authentizität angefertigt, jetzt im Schloss zu Marienburg).]]
Die Geschichte des Ordens von dieser Zeit bis zum Jahre 1525 ist eng mit dem Schicksal des Ordensstaates verknüpft, aus dem später Ostpreußen, Kurland, Livland und Estland hervorgingen.
Die Unterwerfung Preußens (einhergehend mit der Christianisierung des Landes) mit Hilfe von Kreuzfahrerheeren aus dem Reich beschäftige den Orden mehr als fünfzig Jahre und wurde erst 1285 abgeschlossen. Er schuf sich ein machtvolles Herrschaftsgebiet und musste dabei keine Konkurrenz des zersplitterten polnischen Staates fürchten. 1309 zog der Hochmeister in der Marienburg an der Nogat ein, Preußen war zum Zentrum des Ordens geworden. 1237 hatte sich der 1201 in Riga gegründete Schwertbrüderorden (weißer Mantel mit rotem Kreuz) nach seiner Niederlage 1236 in der Schlacht von Saule gegen die Litauer und Semgaller mit dem Deutschen Orden vereinigt; damit wurde Livland als zweites Kernland erworben und wie Preußen mit einem System von Burgen überzogen. Eine weitere Expansion nach Osten gelang aber auch dem Deutschen Orden nicht. 1242 wurde ein Ritterheer in der Schlacht auf dem Peipussee von Alexander Newski, dem Fürsten von Nowgorod, besiegt. Litauen im Südosten stieg allmählich zu einem machtvollen Großfürstentum auf und eroberte riesige Gebiete von der Goldenen Horde.
Goldenen Horde]]
Auch in Polen konnte sich der Zentralstaat unter König Wladislaw I. (1306–1333) wieder konsolidieren. Die Okkupation Danzigs und Pommerellens durch den Orden im Jahre 1308 vergiftete das Verhältnis zum südlichen Nachbarn. Auch der Frieden von Kalisch, in dem Polen 1343 auf Pommerellen verzichtete, brachte kaum eine Entspannung.
Der Hochmeister Winrich von Kniprode (1351–1382) führte den Ordensstaat zu seiner größten Blüte und besiegte 1370 die Litauer. Unter Konrad von Jungingen (1393–1407) wurde mit der Erwerbung von Gotland, der Neumark und Samaitens die größte Ausdehnung erreicht. Aber 1386 hatten sich durch die Heirat von Großfürst Jagiello von Litauen (1377–1434) und Königin Hedwig von Polen (1382–1399) die beiden mächtigsten Gegner des Ordens vereint. Am 15. Juli 1410 wurde das Heer des Ordens unter Ulrich von Jungingen bei Tannenberg (Grunwald) geschlagen. Den Kern seines Territoriums konnte der Orden im Ersten Frieden von Thorn 1411 behaupten. Allerdings waren hohe Reparationen zu leisten.
In den folgenden Jahrzehnten höhlten innere Streitigkeiten den Ordensstaat aus. Landsmannschaftliche Gruppen stritten um Einfluss im Orden, der Deutschmeister strebte nach stärkerer Unabhängigkeit vom Hochmeister. Die Städte und Landadel forderten aufgrund der hohen Besteuerung Mitbestimmung und schlossen sich 1440 im „Preußischen Bund“ zusammen. 1453 verbündete sich dieser Bund mit König Kasimir IV. von Polen, ein langer Krieg brach aus. Im zweiten Frieden von Thorn 1466 verlor der Orden u.a. Pommerellen, das Kulmerland und die Marienburg; er musste die polnische Oberhoheit anerkennen, die aber strittig blieb. Zum weiteren Erhalt des Ordensstaates waren nun große Subventionen aus den Balleien des Reiches nötig, die viele Kommenden in eine prekäre finanzielle Lage brachten. Der Deutschmeister suchte Unterstützung beim Kaiser und erkannte 1494 die Lehenshoheit Maximilians I. an.
Zeit nach der Reformation
Die Gedanken der beginnenden Reformation breiteten sich auch schnell in den Ordensstaat aus. Auf Rat Martin Luthers fällte der Hochmeister Markgraf Albrecht von Brandenburg den Entschluss, den Orden zu säkularisieren und den König von Polen als Souverän anzuerkennen. Der Ordensstaat wurde in das Herzogtum Preußen umgewandelt, und der Hochmeister residierte ab dem 9. Mai 1525 als Albrecht I. in Königsberg. Preußen erhielt eine lutherische Landeskirche. Ebenso wurde Kurland zum weltlichen Herzogtum unter Gotthard Kettler. Sowohl Preußen als auch Kurland unterstanden polnischer Oberhoheit. Livland wurde direkt polnisch, während das nördliche Estland zu Schweden kam. Diese nördlichen Gebiete kamen später zum Russischen Reich (siehe Ostseegouvernements).
Nun konzentrierte sich der Deutsche Orden auf seine Besitzungen im Deutschen Reich. Da er über kein geschlossenes Territorium verfügte, sondern über stark zerstreuten Splitterbesitz, entwickelte man ein dreistufiges Verwaltungssystem:
- Ein Herrschaftsbezirk wurde zu einer Kommende zusammengefasst und unterstand dem Komtur.
- Mehrere Kommenden bildeten eine Ballei. Seit der Reformation war der Orden trikonfessionell, so dass es katholische, lutherische und reformierte Balleien gab.
- Der gesamte Ordensbesitz unterstand dem Hochmeister (und nicht, wie die anderen Orden, einem Großmeister), der seinen Sitz in Bad Mergentheim hatte.
Insgesamt gab es zwölf deutsche Balleien:
19./20./21. Jahrhundert
Bad Mergentheim
Die Säkularisierung des Ordens im frühen 19. Jahrhundert betraf seine Besitzungen gleichermaßen wie seine Mitglieder. Da der materielle und personelle Schwerpunkt des Ordens seit den Kreuzzügen im Baltikum lag, verblieb nur ein kleinerer Rest des Ordens im Deutschen Reich. Der Sitz wurde unter dem Hochmeister Walther von Cronberg nach Mergentheim verlegt.
Von Napoleon wurde der Orden im Jahre 1809 verboten, der dessen Besitztümer seinen Verbündeten zusprach. Nur in Österreich konnte er weiter existieren. Erst 1834 war der Orden als „Deutscher Ritterorden“ wieder offiziell zugelassen, aber die meisten Güter blieben in weltlichem Besitz. 1929 wurde der Orden in einen rein geistlichen Orden umgewandelt und trägt den Namen „Deutscher Orden“. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus von 1938-1945 wurde der Orden von den Machthabern aufgehoben und verboten.
Ab dem Ende der 90er Jahre entwickelte der D.O. sich in kurzer Zeit zu einem großen Sozialkonzern. Unter anderem übernahm er zahlreiche Kliniken und engagierte sich mit Grabungs-Projekten sowie Tourismus-Projekten in Israel und den Palästinensergebieten. Dabei übernahm sich die Führung des Ordens offensichtlich. Im Januar 2000 musste die deutsche Brüderprovinz Zahlungsunfähigkeit anmelden, die Führungsspitze musste gehen. Die Arbeit eines Untersuchungsausschusses zum Deutschen Orden im Bayerischen Landtag verlief 2002/03 im Sande.
Sitz und Einrichtungen
Heute ist Wien Sitz des Hochmeisters. Dort befindet sich, gleich hinter dem Stephansdom, das Deutsch-Ordens-Zentralarchiv und ein sehenswertes Museum.
Seit 1996 existiert ein Deutschordensmuseum im ehemaligen Deutschordensschloss von Bad Mergentheim, das von 1525 bis 1809 Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens war.
Mitglieder
Aktuell hat der Orden etwa 1000 Mitglieder. Davon rund 100 Priester, 200 Schwestern und 700 Familiaren. Während die Priester, organisiert in 5 Provinzen (Priorate: Italien, Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowenien), vornehmlich in der Pfarrseelsorge tätig sind, widmen sich die Schwestern der Kranken- und Altenpflege.
Bekannte Mitglieder sind:
- Theodor de Croix
- Eduard Gaston Pöttickh von Pettenegg
- Clemens August I. von Bayern
- Winrich von Kniprode
- Maximilian Franz von Österreich
- Hermann von Salza
- Martin von Lynow
- Johann Tiergart
- Dietrich Tanke
- Rutger von Brüggenei
- Ludolf von Kurland
- Albrecht von Brandenburg-Ansbach
- Heinrich von Plauen
- Peter Rigler
- Gotthard Kettler
Siehe auch: Liste der Hochmeister
Verwandte Artikel
- Schwertbrüder-Orden, Deutschbalten, Bistum Kulm, Liste der Bischöfe von Kulm, Bistum Kurland, Liste der Bischöfe von Kurland, Ordensburg Marienburg, Malbork, Schlacht bei Tannenberg_(1410), Bischöfe des Deutschen Ordens, Liste der Kommenden des Deutschen Ordens, Pfarrei Deutscher Orden, Ritter des Deutschen Orden, Deutschordensland
- Hanse
- Ritterorden
- Templerorden
- Malteserorden
Literatur
- Marian Tumler: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400. Wien, 1954
- Hartmut Boockmann: Der Deutsche Orden. ISBN 3-406-38174-X
- Kreuz und Schwert. Der Deutsche Orden in Südwestdeutschland, in der Schweiz und im Elsass. Ausstellungskatalog Mainau, 1991
- Alain Demurger: Die Ritter des Herren, Geschichte der geistlichen Ritterorden. C.H. Beck ISBN 3-406-50282-2
Weblinks
- [http://www.deutschordensmuseum.de/ Deutschordensmuseum Bad Mergentheim]
- [http://www.deutscher-orden.de/ Offizielle Seite des Deutschen Ordens in Deutschland]
- [http://www.deutscher-orden.at/ Offizielle Seite des Deutschen Ordens in Österreich]
- [http://www.kircheliebenscheid.de/israel01.htm Akkon heute und früher]
- [http://www.damian-hungs.de/ Geschichte der Bistümer im Ordensstaat]
- [http://www.heiligenlexikon.de/Orden/Deutscher_Orden.htm Sehr guter -nichtautorisierter - Kurzabriss über die Geschichte des D.O.]
- [http://people.freenet.de/ra-lubenow/seminar.html Seminararbeit zum Handelsvertrag von 1409 zwischen dem Deutschen Orden und König Heinrich IV. von England]
- [http://www.filzgeschichten.de/deutscherorden.html Zum D.O.-Skandal]
Kategorie:Ritterorden
Kategorie:Ordensinstitut
Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich)
Kategorie:Polnische Militärgeschichte
Kategorie:Weißrussische Geschichte
Kategorie:Litauische Geschichte
Kategorie:Lettische Geschichte
Kategorie:Estnische Geschichte
Kategorie:Bernstein
Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts
ja:ドイツ騎士団
1500
Kultur
- 23. Juli: Fertigstellung des Basler Münsters
- Genremalerei entsteht
- Schwabacher Schrift wird erfunden
Politik und Weltgeschehen
- 17. Februar: In der Schlacht bei Hemmingstedt schlagen Dithmarscher Bauern unter Führung von Wulf Isebrand das dänische Heer
- 10. April: Der Reichstag zu Augsburg wird eröffnet. Die Beratungen führen zur Herausgabe einer Reichsexekutionsordnung zur Vollstreckung der Urteile des Reichskammergerichts und der Einteilung des Reiches in sechs Reichskreise
- 22. April: Brasilien wird portugiesische Kolonie
- 7. Februar: João de Castro, portugiesischer Feldherr und Seefahrer († 1560)
- 24. Februar: Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs († 1558)
- 3. März: Reginald Pole, Erzbischof von Canterbury († 1558)
- 12. April: Joachim Camerarius d. Ä., deutscher Humanist, Universalgelehrter und Dichter († 1574)
- 17. Mai: Federico II. Gonzaga, Herzog von Mantua († 1540)
- 5. Juli: Paris Bordone, italienischer Maler († 1571)
- 1. August: Johann Rivius, deutscher Pädagoge und Theologe († 1553)
- 5. September: Maria von Jever, die letzte Regentin der Herrschaft Jever aus dem Häuptlingsgeschlecht der Wiemkens († 1575)
- 3. November: Benvenuto Cellini, italienischer Bildhauer und Goldschmied († 1571)
- Pedro de Valdivia, spanischer Konquisitator
- Ditmar Koel Kapitän, erfolgreicher Seeräuberjäger und von 1548 bis 1563 Bürgermeister von Hamburg († 1563)
- 29. Mai Bartolomeu Diaz, portugiesischer Seefahrer und Entdecker ( - um 1450)
- 12. September: Albrecht III. (Sachsen), Herzog von Sachsen und Begründer der albertinischen, später königlich sächsischen Linie ( - 1443)
- 21. Oktober: Go-Tsuchimikado, 103. Kaiser Japans ( - 1442)
ko:1500년
Wulf IsebrandWulf Isebrand kämpfte 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt, wo die Dithmarscher ein dänisch-holsteinisches Heer besiegten. Während der Schlacht übernahm er die Führung einer Abteilung und hatte maßgeblichen Anteil am Dithmarscher Sieg. Bis heute ist er der Volksheld Dithmarschens.
Von Wulf Isebrand wurde lange angenommen, dass er aus der Grenzgegend der heutigen Staaten Deutschlands und der Niederlande stammte. Diese Annahme beruht jedoch auf der bei der Schlacht von Hemmingstedt mitbesiegten Schwarzen Garde. Diese rekrutierte sich nämlich vornehmlich aus besagter Region und wollte ausdrücken, dass nur einer der ihren sie besiegen konnte.
Wo genau aus Dithmarschen Isebrand herkam, weiß man nicht. Wahrscheinlich wurde er zwischen 1465 und 1480 geboren. Die Schlacht bei Hemmingstedt hat er überlebt. Die Letzte Fehde von 1559 hat er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erlebt.
Weblinks
- [http://www.isebrand.com/Hemmingstedt.htm Schlacht bei Hemmingstedt] (englisch)
Isebrand, Wulf
Isebrand, Wulf
Isebrand, Wulf
Isebrand, Wulf
1753
Kultur
- 8. Januar: Uraufführung der Oper Attilio Regolo von Niccolò Jommelli am Teatro delle Dame in Rom
- 19. November: Uraufführung der Oper La Fête de Cythère von Michel Blavet im Château de Berny
- 11. Februar - Jonas Galusha, US-amerikanischer Politiker, Jurist und Gouverneur von Vermont († 1834)
- 12. Februar - François-Paul Brueys d'Aigalliers, französischer Admiral († 1798)
- 9. März - Jean-Baptiste Kléber, französischer General († 1800)
- 26. März: Benjamin Thompson, Militär- und Experimentalphysiker († 1814)
- 28. April - Franz Karl Achard, deutscher Physiker und Chemiker († 1821)
- 8. Mai - Miguel Hidalgo, mexikanischer Priester und Revolutionär († 1811)
- 13. Mai - Lazare Nicolas Marguerite Carnot, französischer Politiker und Wissenschaftler († 1823)
- 20. Mai - François Dominique Toussaint Louverture, haitianischer Freiheitskämpfer († 1803)
- 24. Juni - William Hull, amerikanischer Politiker und Offizier des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs sowie des Kriegs von 1812 († 1825)
- 4. Juli - Jean-Pierre Blanchard, französischer Ballonfahrer († 1809)
- 10. August - Edmund Randolph, US-amerikanischer Außenminister († 1813)
- 17. August - Josef Dobrovský, tschechischer Philologe und Slawist, der als Begründer der modernen tschechischen Schriftsprache gilt († 1829)
- 23. August - Theobald Hock, politischer Agent und Lyriker
- 29. September - Johann Gottfried Schicht, deutscher Komponist, Gewandhauskapellmeister und Thomaskantor († 1823)
- 17. Oktober - Johann Rudolf Dolder, Schweizer Politiker († 1807)
- 20. November - Louis-Alexandre Berthier, Marschall von Frankreich († 1815)
- 3. Dezember - Samuel Crompton, britischer Erfinder († 1827)
- 12. Dezember - Wilhelmine von Lichtenau, Geliebte von Friedrich Wilhelms II. von Preußen († 1820)
- 28. Dezember - Johann Friedrich Hahn, deutscher Lyriker († 1779)
- 14. Januar: George Berkeley, irischer Theologe und Philosoph ( - 1685)
- 8. Juli: Federico Bencovich, italienischer Maler ( - 1677)
- 26. Juli: Georg Wilhelm Richmann, deutscher Physiker ( - 1711)
- 4. August: Johann Gottfried Silbermann, bedeutender deutscher Orgelbauer ( - 1683)
- 19. August: Balthasar Neumann, deutscher Architekt ( - 1687)
- 9. September: Bertrand François Mahé de La Bourdonnais, französischer Admiral ( - 1699)
- 16. September: Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, preußischer Baumeister, Maler und Architekt in Preußen ( - 1699)
- 4. November: Johann Nikolaus Bach, deutscher Komponist ( - 1669)
ko:1753년
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
RepräsentantenhausGenerell steht der Begriff Repräsentantenhaus für das Parlament in einer repräsentativen Demokratie und in einer konstitutionellen Monarchie. Im Allgemeinen ist dem Repräsentantenhaus eine zweite Kammer - z. B. der Senat - gegenüber gestellt und dient als gegenseitiges Korrektiv für die Entscheidungen des Parlaments.
Diese Funktionen nehmen in der Bundesrepublik Deutschland der Bundestag und der Bundesrat ein.
Ein Repräsentantenhaus findet sich u. a. in der Verfassung folgender Staaten:
(Auswahl)
- USA - siehe US-Repräsentantenhaus
- Australien
- Irland
- Japan
- Kolumbien
- Malaysia
- Marokko
- Nepal
- Nigeria
- Thailand
Kategorie:Politik
USA
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.
Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht.
Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.
Geographie
Hauptartikel: Geographie der USA
Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.
Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 k | | |