Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Strömung

Strömung

Diese Seite befasst sich mit Strömung als physikalischer Bewegung. Weitere Bedeutungen siehe Strömung (Begriffsklärung). ---- Strömung ist eine gerichtete Bewegung von Teilchen oder kontinuierlichen Medien. Beispiele sind: #Wasserströmung, #Gasströmung, z. B. Windströmung. Je nach dem Auftreten von Wirbeln wird zwischen #laminarer Strömung und #turbulenter Strömung unterschieden. Die Strömungen können mit physikalischen Modellen, das heißt durch Nachbau der zu untersuchenden Strömungen in einem Modellversuch oder durch mathematische (numerische) Modelle abgebildet werden. Die Theorie der Strömungen von Flüssigkeiten wird in der Fluiddynamik behandelt. In der Hydraulik wird insbesondere auf die Strömungen in Rohrleitungen, die Strömungen in offenen Gerinnen und die Strömungen im Grundwasser eingegangen. Die Aerodynamik setzt sich mit den Strömungen von Gasen auseinander.

Einteilung

Im Allgemeinen sind Strömungen Vorgänge, die in den drei Raumdimensionen stattfinden und zeitlich variabel (instationär) ablaufen. Eine komplexe mathematische Behandlung dieser Vorgänge ist für die meisten angewandten Berechnungen jedoch zu aufwändig. Es werden daher in der Berechnungspraxis zumeist vereinfachende Annahmen getroffen:
- Im Hinblick auf die räumliche Darstellung:
- ; Eindimensionale Strömungen : Die Vorgänge werde nur entlang einer Achse untersucht. Angewandt z.B. bei der Berechnung von Rohrleitungssystemen, bei einfachen Fragen des Abflusses in offenen Gerinnen und Kanälen, der Durchströmung von Filtern und der Anströmung von Bauwerken.
- ; Zweidimensionale Strömungen : Die Vorgänge werden in einer Ebene untersucht. Angewandt z.B. bei Grundwassermodellen, bei denen die Strömungsvorgänge in einem vertikal homogenen Grundwasserleiter erfolgen, bei Strömungen in flachen Seen und Flüssen samt Überflutungsgebiet.
- ; Dreidimensionale Strömungen : Zur detaillierten Untersuchung der Strömungsverhältnisse in allen drei Raumachsen z.B. komplexe Grundwassersysteme, der Umströmung von Bauwerken.
- Im Hinblick auf den Einfluss der Zeit:
- ; Stationäre Verhältnisse : Dabei wird keine zeitliche Veränderung der Strömungsverhältnisse betrachtet.
- ; Instationäre Verhältnisse : Die Strömungsverhältnisse ändern sich mit der Zeit (z.B. bei einer Hochwasserwelle oder dem Druckstoß in Rohrleitungen).
- Im Hinblick auf die Berandung der Strömung entlang der Längsachse:
- ; Gleichförmiger Abfluss : Entlang der Strömungsachse (z.B. in einem regulierten Fluss) in dem keine Änderungen des Querschnittes vorhanden sind).
- ; Ungleichförmiger Abfluss : Entlang der Strömungsachse sind Änderungen des Querschnitts vorhanden (z.B. Einengungen, Aufweitungen, Wehre).

Siehe auch

Segeln, Meeresströmung. Kategorie:Strömungslehre

Strömung (Begriffsklärung)

Neben der physikalischen Strömung gibt es folgende Bedeutung des Wortes Strömung:
- Grundausrichtung einer Epoche, etwa
  - Strömung (Literatur)
  - Strömung (Musik)
- Suborganisation in Parteien und ähnlichen Organisationen: Strömung (Organisation)

Wirbel (Physik)

Wirbel (von altnordisch huirfill) bezeichnet
- eine um eine gemeinsame Mittellinie kreisende Strömung, siehe Wirbel (Strömungslehre)
- gleichmäßiges, rasches Schlagen einer Trommel, Pauke, etc., siehe Wirbel (Musik)
- eine Vorrichtung zum Spannen der Saiten bei Saiteninstrumenten
- ein das Rückenmark umschließender Knochen der Wirbelsäule, siehe Wirbel (Anatomie)
- die Stelle des Kopfes, an der das Haar kreisartig auseinandergeht
- ein Teil der Ausstattung einer Angelrute für den Fischfang, siehe Wirbel (Angeln)

Turbulente Strömung

Die turbulente Strömung (von lat. turbulentus - unruhig; zu lat. turba - lärmende Unordnung, Gewühl, Gedränge) ist die Bewegung von Flüssigkeiten und Gasen, bei der Verwirbelungen auf allen Größenskalen auftreten. Diese Strömungsform ist gekennzeichnet durch meist dreidimensionale, scheinbar zufällige, instationäre Bewegungen der Fluidteilchen. Die verstärkte Diffusion aufgrund der Fluktuationsbewegung ist eine der wichtigsten Eigenschaften turbulenter Strömungen. Sie liegt um mehrere Zehnerpotenzen über der molekularen Diffusion. Diese turbulente Querdiffusion führt dazu, dass z.B. die Verluste in einer Rohrströmung anwachsen. Während der Druckverlust bei einer laminaren Rohrströmung proportional zur mittleren Geschwindigkeit ist, ist er in einer turbulenten Strömung proportional zum Quadrat der mittleren Strömungsgeschwindigkeit. Zur Darstellung des Unterschiedes zwischen laminarer Strömung und turbulenter Strömung hat der Physiker Osborne Reynolds im Jahr 1883 einen Färbeversuch einer Wasserströmung in einer Rohrleitung vorgenommen und festgestellt, dass sich die Verwirbelung in der Rohrleitung erst ab einer Grenzgeschwindigkeit einstellen kann. Als Beurteilungskriterium wird hierzu die Reynolds-Zahl Re angewandt. Diese ist wie folgt definiert : = , wobei v der Betrag einer charakteristischen Strömungsgeschwindigkeit, l eine charakteristische Länge sowie \nu die kinematische Viskosität des strömenden Mediums ist. Ab einem kritischen Wert Rekrit von ca. 2300 (v = mittlere Strömungsgeschwindigkeit, l = Rohrleitungsdurchmesser) wird die laminare Rohrströmung instabil und geht bei vorhandenen äußeren Störungen in eine turbulente Strömungsform über. Bei Außenströmungen, z.B. über einen Tragflügel geht die laminare Grenzschicht ab Rekrit = 105 - 106 in eine turbulente Grenzschicht über. Für andere Strömungskonfigurationen gelten jeweils andere kritische Reynoldszahlen. Lewis Fry Richardson legte 1922 die Grundlage für die weitere Turbulenzforschung, indem er die heutige Vorstellung dieses Phänomens begründete. Nach seiner wegweisenden Interpretation wird bei einer turbulenten Strömung die Energie auf großer Skala zugeführt, durch den Zerfall von Wirbeln durch alle Skalen hindurch transportiert und bei kleinsten Skalen in Form von Wärme dissipiert (Energiekaskade). Die Theorie der Turbulenz wurde von Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow in seinen Arbeiten von 1941 und 1962 wesentlich vorangetrieben, als er das Skalenargument von Richardson durch eine Ähnlichkeitshypothese statistisch auswerten und damit das sog. Kolmogorov-5/3-Gesetz herleiten konnte.

Beispiele für turbulente Strömung


- Fast alle in der Natur und technischen Anwendung vorkommenden Strömungen sind turbulent. Die laminare Strömung ist eher die Ausnahme.
- Wirbel und Strudel in Flüssen
- der Rauch einer Zigarette in einer ruhenden Umgebung zeigt anfänglich eine laminare (Schicht-)Strömung, die nach einer bestimmten Steighöhe dann deutlich sichtbar turbulent wird
- die Milch im Kaffee mischt sich ebenfalls mit einer turbulenten Strömung, wohingegen die Mischung zweier Farben meist einer laminaren Mischung entspricht

Weblinks


- [http://www.bhrc.ac.ir/Bhrc/profile/heidarinejad/Bump.gif Abbildung laminare und turbulente Strömungen]

Siehe auch

Chaostheorie, Muster Kategorie:Strömungslehre

Modellversuch

Ein Modellversuch ist eine örtlich oder zeitlich begrenzte Einführung einer neuen Technologie oder Methode zum Testen der Praxistauglichkeit. Oft werden Modellversuche verwendet, um zum Beispiel die Kapazitäten von technischen Anlagen testen zu können, gleichzeitig aber nicht zu viel Geld für eine eventuell fehlschlagende Kompletteinführung auszugeben. Kategorie:Planung und Organisation

Flüssigkeit

Unter einer Flüssigkeit versteht man einen Stoff, welcher einer Formänderung so gut wie keinen, einer Volumenänderung hingegen einen recht großen Widerstand entgegensetzt. Flüssigkeiten sind also volumenbeständig und formunbeständig. Dieser Zustand wird flüssiger Aggregatzustand genannt. Der flüssige Zustand ist nicht allein stoffspezifisch, sondern hängt auch von äußeren Faktoren wie der Temperatur und dem Druck ab. Wechselt eine solche Flüssigkeit ihren Aggregatzustand, so spricht man von einer Phasenumwandlung, wobei der Begriff der Phase selbst einen Überbegriff zum Aggregatzustand darstellt. Mit den Gasen werden die Flüssigkeiten zu den Fluiden zusammengefasst.

Eigenschaften

Die temperaturabhängige Volumenausdehnung einer Flüssigkeit wird durch deren Volumenausdehnungskoeffizienten quantifiziert. Das Kompressionsmodul ist ein Maß für die adiabatische Volumenelastizität, das heißt für die „Zusammendrückbarkeit“ einer Flüssigkeit. Viele Eigenschaften von Flüssigkeiten lassen sich durch Molekulardynamik simulieren. In der Schwerelosigkeit beziehungsweise bei einer Abwesenheit äußerer Kräfte nehmen Flüssigkeiten aufgrund ihrer Oberflächenspannung eine kugelförmige Gestalt an. Flüssigkeiten üben auf die Wand des Gefäßes in dem sie sich befinden einen hydrostatischen Druck aus, zum Beispiel den Wasserdruck. Ruhende Flüssigkeiten sind physikalisch hauptsächlich durch diesen Druck gekennzeichnet. Übt man von außen Druck auf Flüssigkeiten aus, so verteilt sich der Druck gleichmäßig in der ganzen Flüssigkeit. Je tiefer man einen Körper in eine Flüssigkeit taucht, desto größer wird der hydrostatische Druck auf den Körper. Dieser hängt allerdings nicht nur von der Tauchtiefe, sondern auch von der Dichte der Flüssigkeit ab. In strömenden Flüssigkeiten treten zusätzliche Größen auf, welche durch die Fluiddynamik beschrieben werden. Kategorie:Strömungslehre Kategorie:Thermodynamik Kategorie: Eigenschaft ja:液体 ko:액체 ms:Cecair simple:Liquid

Hydraulik

Die Hydraulik (griechisches substantiviertes Adjektiv υδραυλική [τέχνη], idrawlikí [téchni] - die hydraulische [Technik] von altgriechisch ύδορ, hýdor - das Wasser und αυλός, aulós - das Rohr, die Flöte) ist die Lehre vom Strömungsverhalten der Flüssigkeiten. Insbesondere umfasst dies die Strömungsvorgänge in offenen Gerinnen (Kanälen, Flüssen), Seen sowie Rohrleitungen, Pumpen und dem Grundwasser. Im Maschinenbau werden als Hydraulik die technischen Bestandteile von Antrieben und Kraftübertragungen, die mit Flüssigkeiten erfolgen, bezeichnet. Siehe: Hydraulik (Technik) Die Hydraulik setzt sich insbesondere mit folgenden Aspekten auseinander:
- Eigenschaften von Flüssigkeiten:
  - Dichte
  - Viskosität
  - Elastizität
  - Spezifische Wärmekapazität
  - Oberflächenspannung (Kapillarwirkungen)
- Hydrostatik:
  - Druck
  - Auftrieb
- Theoretische Beschreibung der Strömungsvorgänge:
  - Betrachtung als Kinematik oder Dynamik
  - Kontinuitätsbedingung
  - Impuls
  - Bewegungsgleichung (Eulersche Bewegungsgleichung)
  - Energiegleichung und einfache Formeln zur Abflussberechnung (Bernoullische Energiegleichung)
  - Laminare Strömung
  - Turbulente Strömung
- Praktische Strömungsvorgänge:
  - Strömungen in Rohrleitungen
  - Strömungen in offenen Gerinnen wie Flüsse, Seen, Kanälen
  - Strömungen im Grundwasser (siehe auch Grundwasser, Brunnenbau) Siehe auch:
- Hydrologie, Kanalisation, Kläranlage, Grundwasser, Brunnenbau, Wasserverteilungssystem, Hochwasser
- Hydraulische Gesellschaft Kategorie:Strömungslehre ja:水理学

Strömungen in Rohrleitungen

Die Kenntnis über die Flüssigkeitsströmungen in Rohrleitungen ist in vielen technischen Disziplinen und zur Lösung alltäglicher Probleme von Bedeutung. Beispielhaft wäre anzuführen:
- Wasserverteilungssysteme
- Kanalisationen
- Bewässerung
- Leitungsbau im allgemeinen
- Anlagenbau. Im folgenden wird insbesondere auf die Aspekte der Strömungsvorgänge in so genannten vollgefüllten Rohrleitungen, das heißt Systemen eingegangen, bei denen die Flüssigkeit das Rohr zur Gänze füllt. Strömungen in teilgefüllten Rohrleitungen, Kanälen, Flüssen etc. werden unter Strömungen in offenen Gerinnen behandelt.

Stationäre und instationäre Strömungen

Von stationären Verhältnissen spricht man, wenn sich die Strömungsverhältnisse (z.B. Durchfluss Druck) an einem Punkt der Rohrleitung zeitlich nicht ändern. Eine derartige vereinfachende Annahme ist für viele Aufgaben der Hydraulik in Rohrleitungen ausreichend. Die Berechnung derartiger Systeme erfolgt durch Anwendung der Bernoullischen Energiegleichung und Kenntnis z.B. des Verhaltens von Pumpen (siehe z.B. Kreiselpumpe) und Behältern. Instationäre Bedingungen treten immer dann auf, wenn zeitliche Veränderungen eine Rolle spielen. Ein praktisches Beispiel ist der Druckstoß beim plötzlichen Öffnen oder Schließen eines Ventiles. Dabei treten erhebliche Druckbelastungen im System auf, die zum Beispiel bei Wasserschläuchen optisch wahrnehmbar oder in Hauswasserleitungen beim Ein- und Ausschalten großer Verbraucher hörbar sein können. Dabei können Schäden an den Leitungen auftreten. Besondere Bedeutung hat dies beim Betrieb von Wasserkraftwerken insbesondere bei großen Fallhöhen. Die beim Ein- und Ausschalten von Turbinen bzw. Öffnen und Schließen von Schiebern auftretenden Druckschwankungen werden dabei durch so genannte Wasserschlösser (das sind Ausgleichbecken) und langsames Bedienen der Schieber und Turbinen gemildert.

Netzformen

Die einfachste Netzform ist die Verbindung von einer Einspeisestelle (z.B. Pumpe oder Behälter) zu einem Verbraucher. Bei Verzweigung eines derartigen Systems zu mehreren Verbrauchern entsteht ein baumförmiges Netz. Derartige Netze können vergleichweise einfach berechnet werden, besitzen jedoch keine Sicherheiten bei Ausfall von Teilsträngen und führen unter Umständen zu ungleichen Druckverteilungen. So genannte ringförmige oder vermaschte Netze verbinden die Einspeisestelle(n) und den/die Verbraucher durch mehrere Leitungen. Dadurch kann eine gleichmäßigere Druckverteilung und eine höhere Versorgungssicherheit erreicht werden. Durch die Vermaschung ursprünglich baumförmiger Netze können unter Umständen Versorgungsengpässe gemindert werden. Dabei ist es möglich, dass an mehreren Punkten in das Netz eingespeist wird. Derartige System sind jedoch komplizierter zu berechnen (z.B. mit der Finite-Elemente-Methode oder dem Verfahren nach Cross, das auch in der Baustatik zur Berechnung von Rahmen eingesetzt werden kann). Kategorie:Strömungslehre

Strömungen im Grundwasser

Als Sickerströmung oder Sickerfluss bezeichnet man die Strömung eines oder mehrerer Fluide (Phasen) durch ein poröses Medium. Solche Medien sind z.B. der Erdboden, Sand, o.ä. Charakteristisch für einen Sickerfluss ist, dass das Strömungsverhalten der beteiligten Fluide hauptsächlich durch deren Oberflächenspannung bestimmt wird. Die Effekte der Oberflächenspannung kommen durch die feinen Poren des Mediums zum tragen. Die Gleichungen von Sickerflüssen lassen sich durch vereinfachte Annahmen aus den Navier-Stokes-Gleichungen herleiten. Bei den Navier-Stokes-Gleichungen werden Transport- und Strömungsverhalten von Fluiden modelliert, wohingegen die Oberflächenspannung nur am Rand des betrachteten Gebiets Einfluss erhält. Theoretisch könnten Sickerflüsse auch durch die Navier-Stokes-Gleichungen beschrieben werden. Im Allgemeinen ist der Porenverlauf des Mediums (z.B. des Erdbodens) allerdings unbekannt. Ausserdem berücksichtigt man bei Sickerflüssen Adsorptions- und Einlagerungseffekte in den Poren (Kapillaren) des Mediums. Zudem wäre eine komplette Berechnung des Strömungsverhaltens der Fluide in einem komplexen Aufbau eines porösen Mediums sehr aufwändig. Bei Sickerflüssen hingegen wird die Porenstruktur des Mediums z.B. Durchlässigkeits- und Affinitätskonstanten beschrieben. Damit wird eine näherungsweise Beschreibung des Strömungsverhaltens ermöglicht. Sickerflüsse können durch partielle Differentialgleichungen beschrieben werden. Das bekannteste Modell hierfür ist die Richards-Gleichung, die einen Sickerfluss einer Luft - Flüssigkeitsmischung im porösen Medium beschreibt. Durch Kopplung mehrerer Richards-Gleichungen können weitere Phasen (d.h. Fluide) dem Sickerfluss-Modell hinzugefügt werden. Damit ist z.B. die Ausbreitung von einem Öl-Wasser-Gemisch im Erdboden beschreibbar. Eine Anwendung des Sickerfluss-Modells ist die Ausbreitung von Kontaminationen im Erdboden. Insbesondere lassen sich durch geeignete Wahl der Randbedingungen der beschreibenden partiellen Differentialgleichungen Lösungen zur Beseitigung von derartigen Kontaminationen ermitteln. Siehe auch: Grundwasser, Kapillarer Krümmungsdruck Kategorie:Strömungslehre Kategorie:Geologie

Gas

Gas bezeichnet einen der Aggregatzustände oder einen Stoff, der sich üblicherweise in diesem Aggregatzustand befindet.

Begriffsabgrenzung

Eine Substanz wird als „Gas“ im engeren Sinne bezeichnet, wenn sie bei einer Temperatur von 20 °C (Raumtemperatur) und einem Druck von 1 atm (sog. Standardbedingungen) im gasförmigen Aggregatzustand vorliegt. Allgemeiner bezeichnet man auch den gasförmigen Zustand einer Substanz selbst als Gas, unabhängig von der Temperatur. Zusammen mit den Flüssigkeiten zählt man Gase im Sinne eines gasförmigen Zustandes zu den Fluiden.

Eigenschaften

Fluid Der idealisierte gasförmige Aggregatzustand, man spricht von einem idealen Gas, zeichnet sich durch die vollkommen freie Beweglichkeit der einzelnen Atome und/oder Moleküle entsprechend der kinetische Gastheorie aus. Dies hat zur Folge, dass ein Gas kompressibel ist, also sein Volumen dem herrschenden Druck anpasst und gilt bis auf wenige Einschränkungen auch für reale Gase. Gase besitzen dabei auch Eigenschaften von Flüssigkeiten: sie haben die Fähigkeit zu fließen und widerstehen Deformation nicht, obgleich sie über eine Viskosität verfügen. Anders als Flüssigkeiten besitzen Gase jedoch kein festgelegtes Volumen und füllen daher immer den gesamten zur Verfügung stehenden Raum vollständig und gleichmäßig aus. Dies liegt darin begründet, dass das Gesamtsystem den Zustand höchster Entropie anstrebt (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik) und ein solcher Zustand einer statistischen Gleichverteilung der Gasteilchen in diesem Raum entspricht. Den Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand bezeichnet man als Kondensation, den Übergang vom gasförmigen in den festen Aggregatzustand als Resublimation.

Lagerung

Um eine möglichst große Menge an Gas in einen Behälter zu bringen, also eine hohe Dichte zu erhalten, wird das Gas stark komprimiert. Damit der Behälter dabei dem Gasdruck standhält, werden meist zylinderförmige oder kugelförmige Körper wie bei Gasflaschen, Gaskesseln oder ehemals Gasometern eingesetzt. Der Gasdruck selbst ist ein hydrostatischer Druck.

Verwandte Themen


- Dampf ist ein Stoff in gasförmigem Zustand, der üblicherweise fest oder flüssig ist.
- Liste der Dichte gasförmiger Stoffe
- Angabe der Stoffreinheit bei technischen Gasen
- Spezielle Arten von Gasen und Gasgemischen, siehe :Kategorie:Gas.
- Physikalische Eigenschaften von Gasen, siehe Gasgesetze.

Weblinks

Kategorie:Chemie Kategorie:Thermodynamik ja:気体 ko:기체 ms:Gas simple:Gas

See (Gewässer)

] Ein See (nicht zu verwechseln mit Binnensee) ist ein Stillgewässer mit oder ohne Zu- und Abfluss durch Fließgewässer, das vollständig von einer Landfläche umgeben ist. Er stellt ein weitgehend geschlossenes Ökosystem dar - siehe: Ökosystem See.

Definition

Ein See ist ein Binnengewässer, das eine (größere) Ansammlung von Wasser in einer Bodenvertiefung einer Landfläche darstellt und im Gegensatz zum Binnensee auf der 0-Meter-Höhenlinie keine direkte Verbindung zum Weltmeer hat. Damit weist er keinen durch Meeresströmungen bedingten Zu- und/oder Abfluss auf. Allerdings kann ein über NN liegender See insbesondere in niederschlagsreichen Regionen über einen Bach, Fluss bzw. Strom - also ein Fließgewässer bzw. Gewässersystem mit Gefälle - mit dem Weltmeer verbunden sein. Zu- und Abfluss-Menge sind in der Regel gegenüber der Gesamtwassermenge eines Sees gering. Im Gegensatz zu einem Fließgewässer weist ein See kein Gefälle auf. Ein See im Sinn der limnologischen Definition ist in der Regel wesentlich tiefer als ein Teich, Tümpel oder Weiher, so dass sich eine über Tage bis Monate stabile Temperaturschichtung ausbilden kann. Die Frequenz ihrer Durchmischung wird zu einer Einteilung der Seen benutzt, da sie auch weitreichende ökologische Folgen hat (siehe Ökosystem See). Deshalb gelten auch Flachseen wie der Neusiedler See oder der Plattensee nicht als "echte" Seen. Allerdings ist die genaue Abgrenzung zwischen Seen und Tümpeln/Weihern etc. unscharf und immer subjektiv. Deshalb sehen einige Limnologen (Seenkundler) jede mit Wasser gefüllte Senke als See an. Es ist dabei unerheblich, ob ein See ständig, periodisch oder nur episodisch mit Wasser gefüllt ist. Ein See enthält meistens Süßwasser, es gibt aber auch große salzhaltige Seen, wie z.B. das Kaspische Meer, den Aralsee und das Tote Meer oder sodahaltige Seen wie die des Great Rift Valley in Afrika oder einige der "Lacken" um den Neusiedler See.

Seearten

Limnologisch unterscheidet man folgende Seearten:
- Auf natürliche Weise entstandene Gewässer dieser Art bezeichnet man als See.
- Künstliche angelegte Gewässer bezeichnet man - je nach der Art ihrer Anlage - als Baggersee oder Stausee. Natürlich entstandene Seen kann man nach der Art ihrer Entstehung weiter untergliedern:
- Glazialseen entstanden durch die abtragende bzw. aufschüttende Wirkung von Gletschern bzw. von Gletscherschmelzwasser. Das ist weltweit der häufigste Seentyp (z.B. die Großen Seen in Nordamerika oder die Seen in Norddeutschland).
- Tektonische Seen entstanden durch Bewegungen der Erdkruste; oft innerhalb von Grabenbrüchen. Es gibt relativ wenige, meist aber große Seen wie z.B. der Baikalsee. Zu den tektonischen Seen zählen auch die meisten abflusslosen Endseen in Trockengebieten, da sie für gewöhnlich innerhalb von Senkungsgebieten liegen.
- Adämmungsseen entstehen durch Bergstürze im Gebirge bzw. an Küsten durch Abschnürung von Meeresbuchten.
- Karstseen entstehen durch Karbonat- und Salzlösung (Subrosion) im Untergrund und Nachsacken der Erdoberfläche wie z.B. der Arendsee und der Süße See in Sachsen-Anhalt.
- Seen, die durch vulkanische Aktivitäten entstanden sind. Beispiele in Deutschland sind die Maare in der Eifel, inklusive Laacher See.
- Seen innerhalb von Meteoritenkratern wie z.B. der Elgygytgyn.
- Altwasserseen entstehen durch natürliche Verlagerung von Flussläufen. Das alte Flussbett bleibt dann als langgestreckter See zurück (z.B. Kamernscher See bei Havelberg).
- Thermokarstseen entstehen in Gebieten mit Dauerfrostboden, z.B. in Alaska oder Nordsibirien.
- Seen mit einer komplexen Entstehungsgeschichte. So liegt der Vätternsee in Schweden z.B. innerhalb eines Grabenbruches, das Becken wurde aber vor allem von Gletschern ausgeschürft.

Nutzung

Natürliche und künstlich angelegte Seen bieten neben ihrer Bedeutung für die Natur auch einige Nutzungsmöglichkeiten für den Menschen. Viele Seen werden wegen ihres Fischreichtums zum Angeln genutzt. Daneben können Seen auch als Badesee für Freizeit- und Erholungszwecke (Schwimmen, Baden, Sonnenbaden) genutzt werden. Größere Seen bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum Wasserskifahren, Windsurfen und Segeln, und werden zum Teil auch in der Binnenschifffahrt genutzt.

Die Seen der Erde

Binnenschifffahrt

Flächenmäßig größte Stillgewässer

See

Binnenschifffahrt]

Stausee

Hier befindet sich eine Liste der größten Stauseen der Erde.

Höchstgelegener See

Der Tilicho Lake im Annapurna-Gebirge (Nepal) liegt 4.920 m hoch.

Tiefste Seen

Tiefstgelegener See

Das Tote Meer liegt rund 400 m unter dem Meeresspiegel (unter NN).

Siehe auch


- Binnensee
- Eutrophierung
- Gewässer
  - Fließgewässer
  - Stillgewässer
- Hypsografische Kurve
- Liste der Seen
- Ökosystem See
- Stausee
- Trinkwasser
- Wasser Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Ökosystem Kategorie:Biotop ja:湖 ko:호수 simple:Lake

Hochwasser

Hochwasser wird der Zustand bei Gewässern genannt, bei dem der Wasserstand sich deutlich über dem normalen Pegelstand des Gewässers befindet. In Tidegewässern bezeichnet Hochwasser den Eintritt des höchsten Wasserstand einer Tide beim Übergang von der Flut zur Ebbe. Es wird zwischen regelmäßig wiederkehrenden Hochwassern (Gezeiten, Frühjahrshochwasser) und unregelmäßigen oder einmaligen Ereignissen (Tsunami, Sturmfluten, Jahrhundertflut an der Elbe und an der Donau) unterschieden. Länder mit geringen Reliefhöhen wie die Niederlande, Deutschland und Dänemark versuchen, sich durch massive Deichbaumaßnahmen und Sperrwerke (z.B. das Emssperrwerk bei Emden) vor (Meeres-)Hochwasser zu schützen. Wird kein intensiver Hochwasserschutz betrieben, kann es wie in Bangladesch am Mündungsdelta des Ganges häufiger zu humanitären Katastrophen und vielen tausend Toten kommen. In Kriegssituationen kann eine vorsätzliche Überflutung eine Verteidigungswaffe gegen Angreifer sein. Unter anderem den Niederlanden hat diese Strategie oft Erfolg gegen Feinde gebracht. Siehe: Achtzigjähriger Krieg, Alkmaar, Inundierung. Hochwasser-Situationen entstehen auch im Landinneren durch das Anschwellen der Flüsse und Seen sowie durch die Gefahren des Wildbaches. Ebenso können durch Eisstau Hochwassergefahren entstehen. Grundsätzlich sind Hochwasser Bestandteile des natürlichen Geschehens. Zur Katastrophe werden sie erst, wenn menschliche Werte betroffen sind. Im Zuge der fortschreitenden Landnutzung wurden immer größere Flächen, die Hochwassergefahren ausgesetzt sind, genutzt. Somit stieg die Bedrohung durch Hochwasser ständig. Zudem wirkt die menschliche Flächennutzung (Versiegelung der Landschaft) sowie der Ausbau der Gewässer (lineare Regulierung, Verminderung der Retentionsräume) verschärfend auf den Hochwasserabfluss. Weiters können bestehende Regulierungen durch mangelnde Instandhaltung (z.B. wegen Bewuchs, Anlandungen) ihre Leistung verlieren. Gewässer in Sachsen]] Extreme Hochwasserereignisse in mittleren und großen Einzugsgebieten sind auf extreme Niederschläge zurückzuführen. Bei diesen Extremereignissen sind die Auswirkungen menschlicher Eingriffe gering. Ebenso ist der Einfluss der Versiegelung der Landschaft gering, da wegen der Sättigung des Bodens durch den Regen der Abflussbeiwert auch in natürlichen Einzugsgebieten hoch ist. Besonders trifft dies auf Niederschlagsereignisse zu, die nach Vorregen folgen oder auf gefrorenen Boden treffen. Signifikante Änderungen des Abflussgeschehens durch die Bodenversiegelung sind vor allem in kleinen Einzugsgebieten zu erwarten. Der Beitrag des Klimawandels zum Hochwassergeschehen ist strittig und von den örtlichen Verhältnisse abhängig (Steigerung von Extremereignissen, Verschiebung von Schnee zum Regen etc.). In manchen Regionen ist mit einer Steigerung des Jahresniederschlages, in anderen mit einer Verminderung oder einer anderen Verteilung zu rechnen. Das Hochwasserrisiko lässt sich durch zwei Komponenten beschreiben:
- Die Verwundbarkeit, das heißt die Empfindlichkeit der betroffenen Einrichtung oder Nutzung gegenüber Überflutungen und
- Das Ausmaß und die Häufigkeit der Überflutung. Maßnahmen zum Hochwasserschutz können daher folgende Aspekte umfassen: Klimawandel
- Anpassung der Nutzung an die Hochwassergefährdung (Absiedelung, Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung, sichere und schadensarme Gestaltung von Bauwerken)
- Schutz vor dem Hochwasser durch
  - Rückhalt des Niederschlagswassers in der Fläche oder durch Rückhaltebecken
  - Schutz betroffener Gebiete oder Objekte durch Deiche (in Österreich auch als Hochwasserschutzdämme bezeichnet)
  - Erhöhung der Abfuhrkapazität der Gewässer durch Querschnittserweiterung und Flutmulden
- Rechtzeitige Warnungen und Alarmierung durch automatische Pegelmessstationen. Zwischen den einzelnen Maßnahmen bestehen Abhängigkeiten. Z. B. können Regulierungen und Deichbaumaßnahmen zu einer Verschärfung der Hochwassergefahr für Unterlieger oder Anrainer führen. Die Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken (Retentionsbecken) verringert das Risiko einer häufigen Überflutung zu Lasten eines seltenen, aber katastrophalen Dammbruchs durch ein Totalversagen des Rückhaltebeckens. Eine umfassende Strategie zur Verminderung der Folgen eines Hochwassers gibt das Hochwassermanagement.

Qualifikation von Hochwassern

Hochwasser werden zumeist als Ereignisse mit Wiederkehrsintervallen angegeben. Beispielhaft ist das 100jährliche Hochwasser (HQ100) ein Ereignis, das statistisch gesehen in 100 Jahren einmal auftritt. Das heißt nicht, dass nach einem Jahrhunderthochwasser hundert Jahre kein Ereignis dieser Größe folgt. Ein Ereignis kann durchaus einem anderen folgen. Zudem ist zu beachten, dass sich die Wahrscheinlichkeit, im Zuge der Nutzungsdauer eines Gebäudes von einem Ereignis getroffen zu werden, akkumuliert. Bei einer Nutzungsdauer von 30 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit von einem HQ100 getroffen zu werden circa 24 Prozent und sollte somit nicht vernachlässigt werden.

Niederlande

Das Parlament der Niederlande hat nach der verheerenden Sturmflut von 1953, als große Teile des Landes unter Wasser standen, festgelegt, dass ein Schutz gegen ein 1.250-jährliches Hochwasser erreicht werden muss. Dieses Schutzniveau gilt sowohl für Flüsse als auch die Küste. Dem Beschluß folgten gründliche wissenschaftliche Untersuchungen und ein technisch und finanziell aufwendiges Sicherungsprogramm. Das festgelegte Schutzniveau wurde 30 Jahre später, mit dem Abschluss der großen Küstenbauwerke, überall erreicht. Zur Zeit prüfen die Niederlande, ob durch Klimawandel, nämlich Klimaerwärmung und/oder vermehrte Klimaextreme, die früheren Einschätzungen der Dimension der 1.250-jährlichen Hochwasser nach oben angepasst werden müssen. Dann soll der Schutz weiter verstärkt werden.

USA

In den USA wurde der Hochwasserschutz vom dafür zuständigen US Army Corps of Engineers (http://www.usace.army.mil/) auf das Niveau eines 230-jährlichen Hochwassers festgelegt. Dieses Niveau ist auch gewährleistet, jedoch hat die Überflutung von New Orleans zu der Erkenntnis geführt, dass dieses Schutzniveau nicht ausreicht.

Österreich

In Österreich werden folgende Schutzziele angestrebt: :HQ30 Untergeordnete Objekte :HQ100 Standardschutz :HQ150 Ausbaugrad Wildbach Darüber hinausgehende Schutzgrade werden bei besonderer Schutzerfordernis (z. B. für die Stadt Wien) angestrebt. Bei allen Hochwasserschutzmaßnahmen ist jedoch zu beachten, dass stets ein Restrisiko besteht (Anlageversagen, Überschreitung des Bemessungshochwassers).

Deutschland

Bemessungshochwasser In Deutschland schreibt das Wasserhaushaltsgesetz vor, Flächen, die statistisch gesehen ein mal in hundert Jahren überschwemmt werden können, als Überschwemmungsgebiete in amtlichen Karten auszuweisen und in die Bauleitplanung zu übernehmen. In solchen Überschwemmungsgebieten werden nach den Landesgesetzen oder Gemeindesatzungen weitere Vorschriften erlassen. So ist zum Beispiel bei Eingriffen die zuständige Wasserbehörde zu konsultieren. Die Bauleitplanung oder die Wasserbehörde kann Maßnahmen, wie eine Gebäudeerweiterung oder eine Aufforstung, auch auf privaten Grundstücken verbieten. Hochwassergefährdete Flächen (HQ > 100, z. B. Versagen eines Deiches) sind in Deutschland ebenfalls zu kennzeichnen. Die Kommune ist verpflichtet, die Bevölkerung auf diese Gefahren hinzuweisen, damit eine private Vorsorge ermöglicht wird. Gesetzliche Vorschriften über das Schutzniveau gibt es nicht. Es gibt lediglich ein Urteil des BGH, dass Hauseigentümer bei Flutschäden einen Amtshaftungsanspruch gegen den Träger des Hochwasserschutzes haben, wenn der Schutz nicht wenigsten gegen ein 50-jährliches Hochwasser gewährleistet ist. Dieser Mindestschutz ist (auch wegen dieser Rechtsprechung) weitgehend erreicht. Am Oberrhein bis Basel besteht ein Schutz gegen ein 1000-jährliches Hochwasser. Im Oberrheingraben bestand früher ein Schutz gegen ein 200-jährliches Hochwasser. Durch den Ausbau des Oberrheins durch Frankreich gingen aber riesige Auen entlang des früheren natürlichen Flußlaufes verloren. Außerdem benötigt eine Flutwelle von Basel bis Mannheim zur Mündung des Neckars statt ca. 72 nur ca. 36 Stunden, so dass die Überlagerung mit der Flutwelle aus dem Neckar bei großflächigen schweren Regenfällen möglich ist. Das Schutzniveau ist abgesunken auf ein 100-jährliches Hochwasser, das 1998 beinahe erreicht wurde. Es wurde daher beschlossen das Schutzniveau wieder durch Deicherhöhungen, Deichverstärkungen und Bau von Poldern auf ein 200-jährliches Hochwasser anzuheben. Das Prgramm soll bis 2015 abgeschlossen sein stockt aber teilweise aus rechtlichen, teilweise aus finanziellen Gründen. Zuständig für die Koordination der Forschung und Ort für die Absprachen der Rheinanlieger zum Hochwasserschutz ist die "Internationale Kommission zum Schutz des Rheins", die sich ursprünglich vor alle mit der Verwirklichung des Umweltschutzes am Rhein beschäftigte. Die IKSR hat auch einen Hochwasseratlas Rhein herausgegeben, der die wesentlichen Erkenntnisse enthält und bisher angestrebten Schutzziele definiert. Der Altas kennzeichnet alle Gebiete, die bei einen 200-jährlichen Hochwasser überflutet werden Vor dem Hintergrund der Klimaänderung und der veralteten Klimadaten (Berechnungsgrundlagen) wird auch z.B. in Sachsen inzwischen angestrebt, Durchflussmengen von „HQ 200“ schadlos ableiten zu können.

Organisation des Hochwasserschutzes

Für Österreich gilt: Die unmittelbare Hilfe und Abwehr im Hochwasserfall erfolgt durch die örtliche Feuerwehr. Langfristigere Hilfe erfolgt durch den Katastrophenhilfsdienst der Feuerwehr und Assistenzeinsätze des Bundesheeres. Das meist benutzte Hilfsmittel beim Hochwasserschutz ist der Sandsack. Die Errichtung, Erhaltung und Betrieb von Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgt durch die individuell Betroffenen, Wassergenossenschaften, Kommunen und Wasserverbände. Siehe auch: Portal:Hilfsorganisationen/Feuerwehr, Wiener Donauregulierung

Weblinks


- [http://www.bafg.de Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) Koblenz]
- [http://www.bwg.admin.ch/ Schweizerisches Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG)]
- [http://www.noezsv.at/wastun/hochwasser/hochwasser.htm Hochwasser und Hochwasserschutz]
- [http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/hochwasser/ Sachgeschichte Hochwasser] von Sendung mit der Maus (Real Video-Format)
- [http://www.thw-deich.de Seiten des THW zum Thema Deichverteidigung und Hochwasserschutz]
- [http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/thema/hochwasser.htm Hochwasser: Aktuelles, Hintergrund, Daten/Statistiken, Unterrichtsmaterialien] "Agenda 21 Treffpunkt" im Bildungsserver learn:line NRW
- Kategorie:Gewässer Kategorie:Naturkatastrophe Kategorie:Feuerwehreinsatzart ja:洪水 simple:Flood

Segeln

Segeln ist eine Fortbewegungsart unter Nutzung des Windes, bei der ein oder mehrere Segel angeströmt werden und einen Vortrieb des Fahrzeugs bewirken. Auch beim Segelfliegen kommt dieses Prinzip zur Anwendung. Segelschiffe wurden früher in der Kriegs- und in der Handelsmarine eingesetzt. Heute wird Segeln in den Industrienationen zumeist als Freizeitaktivität oder Sport betrieben, es findet aber auch weiterhin (zum Beispiel im Fischfang) eine kommerzielle beziehungsweise alltagsbestimmte Anwendung. Viele Marinen (auch Handelsmarinen) betreiben Segelschulschiffe zur Ausbildung ihres Nachwuchses. Verwandt mit dem Segeln ist das Windsurfen. Windsurfen

Arten von Segelbooten

Segelboote werden unterschieden nach ihrer Rumpfform und der Takelung. Als Segelboot im Unterschied zum Segelschiff werden die kleineren Fahrzeuge bezeichnet, die historisch einmal als Beiboote, jedenfalls aber ohne Kapitän, nur mit einem Skipper gesegelt wurden. Heute würde man eher zwischen Freizeit-Yachten als Booten und kommerziellen, meist mehrmastigen Segel-Schiffen wie den Museumsschiffen sprechen. Ein älteres Holzschiff von 20m Länge kann folglich sowohl als Privat-Boot oder als Museumsschiff bezeichnet werden. Bei der Rumpfform gibt es Boote mit einem Rumpf oder mehreren Rümpfen (Proa, Katamaran, Trimaran). Je nachdem ob ein Ballastkiel vorhanden ist, spricht man von Kielbooten oder Jollen. Der Ballast ist dabei so ausgewogen, dass das Boot nicht durch den Winddruck umgeworfen (kentern, s.u.) kann, während Jollen, die lediglich ein Schwert zur Minimierung der Abdrift besitzen, zwar kentern können, aber auch leicht wieder aufzurichten sind. Eine Yacht ist aufgrund eines geschlossenen, wasserabhaltenden Decks ein etwas größeres Segelboot, mit dem man auch die Küstennähe verlassen kann. Bei den Segeln wird unterschieden, ob sie in Längsrichtung (Schratsegel) oder quer (Rahsegel) geführt werden. Bei den Schratsegeln wird unterschieden zwischen
- Hochtakelung oder Bermudasegel
- Sprietsegel
- Gaffelsegel
- Luggersegel
- Lateinersegel
- Krebsscherensegel
- Spreizgaffelsegel Weiterhin kann ein Segelboot einen (Slup, Kutter) oder mehrere (Yawl, Ketsch, Schoner) Masten haben.

Prinzipien des Segelns

Schoner

Segeln durch den Winddruck

(trifft zu bei Kursen vor dem Wind und raumer Wind). Beim Segeln vor dem Wind bewirkt der Winddruck auf eine senkrecht zum Wind stehende Fläche einen Vortrieb in Windrichtung. Diese Art des Vortriebs wird am günstigsten durch Rahsegel genutzt. Schiffe mit Rahsegeln fuhren oft auf längeren Kursen zum Ziel, auf denen bekannte Winde wie zum Beispiel die Passatwinde in günstiger Richtung standen. So fuhren auch die Walfänger aus Nantucket auf dem Umweg über die Azoren und die westafrikanische Küste in Richtung auf Kap Hoorn und das Fanggebiet westlich der südamerikanischen Pazifikküste. Die Reisegeschwindigkeit von Rahseglern ist oft geringer, weil sie beim Kreuzen quer zum Wind sehr viel langsamer vorankommen als Boote mit Schratsegeln auf Kursen Am Wind.

Segeln durch windströmungsbewirkte Druckunterschiede

(trifft zu bei Kursen am Wind und halber Wind). Bei einem Segel ist die Wölbung auf der dem Wind zugewandten Seite (Luv) konkav, auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) konvex. Der Wölbungsverlauf ist nicht gleichmäßig. Die Segel laufen zur Hinterkante hin flach zu. Der Wind strömt an einer nahezu parallel zur Richtung des scheinbaren Windes ausgerichteten Fläche (im vorderen Bereich des Segels) entlang und wird dann durch die Segelwölbung auf beiden Seiten des Segels aus der Bahn gelenkt: Auf der Luvseite des Segels staut sich die Luft und wird abgebremst. Dadurch entsteht Überdruck. Auf der Leeseite des Segels wird die Luft auf eine höhere Geschwindigkeit beschleuningt. Dadurch entsteht Unterdruck. (Gesetz von Bernoulli) Die Druckdifferenz zwischen Luv- und Leeseite des Segels bewirkt eine Kraft senkrecht zum Segel, die auch für die Wölbung des Segels verantwortlich ist. Diese Kraft kann man in zwei Teilkräfte (Vektoren) zerlegen: Die eine Teilkraft wirkt parallel zur Längsrichtung des Bootes und erzeugt den Vortrieb. Die andere Teilkraft wirkt senkrecht zur Längsrichtung des Bootes. Diese Kraft hat als Gegenkraft den Gegendruck des Lateralplans. Auf diesen Kursen können wir also segeln, da die Segel sich ähnlich wie Tragflächen an Flugzeugen verhalten.

Grundlegende Segeltechniken

Segelmanöver

Die verschiedenen Segelmanöver sind hier nur aufgezählt. Die genaue Beschreibung erfolgt in den jeweiligen Hauptartikeln. Eine Drehung des Bootes an den Wind nennt man anluven. Die entgegengesetzte Bewegung, vom Wind weg, nennt man abfallen. Dreht man das Boot weiter mit der Bugspitze durch den Wind hindurch, so dass das Segel von der anderen Seite her wieder angeströmt wird, so nennt man dies wenden. Dreht man umgekehrt mit dem Heck durch den Wind, so nennt man dies halsen. Dreht man das Boot über das Anluven hinaus mit der Bugspitze in den Wind hinein, so nennt man dies aufschießen. Dies stellt die einzige Möglichkeit dar, ein Segelschiff zum Stehen zu bringen. Allerdings ist dieser Zustand nicht stabil, da das Schiff, als Reaktion auf den Wind von vorn, achterliche Fahrt aufnimmt. Dieses Manöver stellt auch die einzige Möglichkeit dar, wenn das Schiff keinen Motor hat, an eine Boje oder an einen Steg oder Mole anzulegen. Wenn man ein Segelboot nahezu auf der Stelle halten möchte, geschieht dies durch beidrehen. Eine besondere Form der Wende ist die Kuh-Wende (auch Q-Wende genannt), die anstelle einer Halse gefahren werden kann. Schiften nennt man das Wechseln der Segel auf die andere Schiffseite, ohne den Kurs zu ändern, auf Vorwind-Kursen. Ein Ziel, das genau in Windrichtung liegt, erreicht man durch kreuzen am Wind.

Trimm

Ein seemännischer Begriff für die "Einstellungen" eines Bootes. Die Segelausrichtung wird Segeltrimm genannt. Die Position, Neigung, Biegung und Spannung des Mastes wird unter dem Begriff "Masttrimm" zusammengefasst. Dadurch kann man den Segeldruckpunkt verschieben und das Boot lee- bzw. luvgierig machen. Der Gewichtstrimm wird durch Umpumpen von Wasser in Ballasttanks oder bei Jollen durch die Position der Mannschaft geregelt. Er sorgt für Neigung des Bootes sowohl nach Luv oder Lee als auch nach achtern oder zum Bug. In der Seefahrt nennt man Trimm auch die Neigung des Schiffes in Längsrichtung; der Trimm wird angegeben in Zentimeter und gibt den Unterschied zwischen dem vorderen und hinteren Tiefgang an. Im Gegensatz hierzu nennt man die Neigung nach Backbord oder Steuerbord "Schlagseite".

Reffen

Um bei starkem Wind oder Sturm eine zu starke Krängung des Bootes zu vermeiden, ist es möglich, die Fläche der Segelfläche dadurch zu verkleinern, dass der untere Bereich des Großsegels auf dem Großbaum zusammengerafft wird. Der Segelmacher stellt das Segel so her, dass das Reffen je nach Größe des Segels in mehreren Abstufungen (2 bis 4) durchgeführt werden kann. Im Gegensatz zum beschriebenen System kommt immer häufiger ein sog. Rollreffsystem zum Einsatz. Hierbei kann das Großsegel meist stufenlos entweder in das Hohlprofil des Mastes oder um/in den Großbaum gerrollt werden. Wird der Wind zum Sturm und reicht das Reffen nicht aus, muss das Großsegel durch ein spezielles Sturmsegel (Trysegel) ersetzt werden. Zusätzlich muß die Vorsegelfläche verkleinert (gerefft) werden um die Trimmung des Bootes aufrecht zu erhalten, da das Boot sonst zur Leegierigkeit neigt. Ersatz des Vorsegels durch ein kleineres bzw. bei verschiedenen Rollsytemmen ist ein einfaches einrollen der Fock/Genua (Vorsegel) möglich.

Gleiten

ReffenEin Begriff für den Bewegungszustand von Booten, die den größten Teil ihres Auftriebes nicht durch ihre Verdrängung, sondern durch ihre Geschwindigkeit gepaart mit ihrer Bootsform erhalten. Das Boot "hebt" sich dabei etwas aus dem Wasser, wie man es auch bei vielen Motorsportbooten beobachten kann. Beim Gleiten haben die meisten Boote einen viel kleineren Wasserwiderstand als bei normaler Verdrängerfahrt. Das Gleiten wird deshalb bei vielen Jollen angestrebt, um hohe Geschwindigkeit zu erreichen; dazu wird oft sogar ein längerer Kurs gewählt. Gleiten ist nur bei grösseren Windstärken (ab ca. 3-4 Bft) möglich. Dann kann die Gleitschwelle überwunden werden.

Sport

Es gibt zwei stark unterschiedliche Arten des sportlichen Segelns: Regattasegeln und Fahrtensegeln - vergleichbar dem Unterschied zwischen einem Radrennen und einer Radtour.

Fahrtensegeln

Unter Fahrtensegeln versteht man meist mehrtägige Fahrten mit einem Boot von einem Start- zu einem Zielhafen. Ein solcher Segeltörn kann sportlich mehr oder weniger anspruchsvoll sein. Es geht jedoch nie um den Wettkampf mit anderen Booten, sondern allenfalls um den Kampf mit den Elementen. Das Fahrtensegeln an sich bietet ein weit gefächertes Spektrum, von kurzen Tagestörns bis zur mehrere Jahre dauernden Weltumsegelung. Ein Tagestörn ist meistens eine Rundfahrt, die im gleichen Hafen beginnt und endet. Der Bootstyp spielt dabei keine Rolle. Auch mit einer Jolle ohne festen Aufbau kann man einen Tagestörn fahren, wenn auch nicht so bequem wie auf einem größeren Kielboot. Dauert ein Törn länger, macht es einen großen Unterschied, ob die Tagesetappen so gewählt werden (können), dass jeden Abend ein Hafen angelaufen wird, oder ob nachts durchgesegelt werden muss. Im ersten Fall unterscheidet sich der mehrtägige Törn nicht sehr von einem Tagestörn, bis auf den höheren Bedarf an Ausrüstung und Verpflegung. Bei Nacht zu segeln, erfordert dagegen weitaus mehr Kenntnisse und Ausrüstung für die Navigation. Segeltörns, die weit auf das offene Meer hinausführen (so genanntes Blauwassersegeln), bedürfen einer sehr sorgfältigen Planung und viel Erfahrung und Wissen. Hier kann im Notfall nicht immer auf sofortige Hilfe gerechnet werden, und Unfälle oder Schäden am Boot können weitaus schlimmere Folgen haben als in Küstennähe. Generell ist im Unterschied zum Regattasegeln oder Segeln in küstennahen Gewässern eine deutlich ausgeprägtere Seemannschaft unumgänglich. Dazu gehören unter anderem eine sorgfältige Vorbereitung des Törns in Navigation wie auch Ausrüstung und vor allem eine gute Einweisung der Crew. Hier zu nennen wäre Manövertraining, Mann-über-Bord-Manöver und Hafenmanöver.

Regattasegeln

Mann-über-Bord-Manöver Regattasegeln ist ein Wettkampfsport: Hier wird eine vorher abgestimmte Strecke von zwei (Match Race) oder mehr (Fleet Race) Booten zur selben Zeit befahren. Beim Segeln umfasst dies eine sehr viel größere Bandbreite als bei anderen Sportarten üblich. Die Dauer eines Wettkampfes kann von Stunden bei Jollenregatten bis zu Monaten bei Hochseeregatten (zum Beispiel Volvo Ocean Race) betragen. In Jollenregatten werden meist mehrere Läufe (Wettfahrten) in einer Regatta durchgeführt, die Einzelergebnisse werden nach einem vorgeschriebenen Verfahren zusammengefasst und der Gewinner so ermittelt. Regatten werden meist nach den Wettfahrtregeln - Segeln - der ISF ausgetragen. Die ISF ist der weltweite internationale Verband für das Segeln. Auch die Kosten zur Ausübung des Sports sind sehr unterschiedlich: Ein Team beim America's Cup braucht einen Millionenetat, um überhaupt teilnehmen zu können, während in Jollenklassen wie Laserklasse, Europe, SPLASH, 470, 420, Vaurien, Pirat, Optimist bereits mit normalen Mitteln internationale Erfolge zu erzielen sind. Neben den Kosten für das Boot, Versicherungen und Transport sind für Regatten Meldegelder zu zahlen. Vor einer Regatta wird meist eine Ausschreibung einer Wettfahrt veröffentlicht, in der die speziellen Bedingungen der Regatta beschrieben sind, beim Einschreiben kurz vor der Regatta erhalten die Segler meist noch eine Segelanweisung, die z.B. die Kurse, spezielle Signale und Regeln festlegt. Auch das Risiko verteilt sich entsprechend: Bei professionellen Hochseeregatten steht die Geschwindigkeit absolut im Vordergrund, was trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bei Fehlern auch Lebensgefahr für die Besatzung bedeutet. Bei Jollenregatten, die sportlich nicht weniger anspruchsvoll sein müssen, besteht zwar auch immer eine gewisse Unfallgefahr, das Risiko ist aber doch deutlich geringer. Bei allen Regatten kann jederzeit das Tragen von Schwimmwesten durch die Wettfahrtleitung angeordnet werden (Setzen der Flagge Y), z.B. bei auffrischendem Wind/Seegang. Das Nichtbefolgen hat die Disqualifikation zur Folge. Kleinere Kielboote und Jollen sind meist sogenannte "Einheitsklassen" (oder One-Designs). Diese Boote haben identische Rümpfe, Masten teilweise auch Segel und Grossbäume und unterliegen strengen Beschränkungen in Bezug auf die Ausrüstung. Das alles ist in Klassenbestimmungen beschrieben und festgelegt. Somit wird sichergestellt, daß gleichwertige Boote gegeneinander segeln. Klassenbestimmungen basieren auf den allgemeinen Bauvorschriften der ISAF oder eines nationalen Verbandes. Es gibt geschlossene Klassenbestimmungen, dort ist nur erlaubt, was beschrieben ist und offene Klassenbestimmungen, wo alles erlaubt ist, was nicht verboten ist. Auf Meisterschaften findet z.B. bei Jollen meist vor der Regatta eine Vermessung statt, in der die Konformität des einzelnen Bootes und seiner Ausrüstung mit den Bestimmungen seiner Klasse festgestellt wird. Während der Regatta kann kontrolliert werden, ob nichts ausgetauscht oder umgerüstet wurde, was Strafen nach sich zieht, die die Gesamtplatzierung verschlechtern. Bei größeren Yachten sind die Stückzahlen der Boote jedoch viel zu klein, um ausreichend große Startfelder zu erhalten. Hier müssen unterschiedliche Boote gegeneinander segeln. Um den Wettkampf fair zu machen, gibt es sogenannte Vermessungsformeln, nach denen das Geschwindigkeitspotential der Boote theoretisch vorherberechnet wird (IMS, IRC, ORC) oder aber aus Erfahrungswerten bestimmt wird (Yardstick). Jedes Boot erhält einen individuellen Wert, mit dem die gesegelte Zeit zur berechneten Zeit korrigiert wird. Diese Zeit ist dann für die Ergebnisse relevant. Das erste Boot im Ziel ist also oft nicht der Sieger, da ein langsameres Boot nach berechneter Zeit die bessere Leistung erbracht haben kann. Eine andere Möglichkeit, unterschiedliche Boote gegeneinander segeln zu lassen, sind die sog. Konstruktionsklassen. Hier wird ein bestimmter Rahmen vorgegeben, und eine bestimmte Formel entwickelt. In diese Formel gehen Werte wie Verdrängung (=Gewicht) des Bootes, Tiefgang, Länge, Segelfläche usw. ein. Das Ergebnis der Formel darf dann einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Der Konstrukteur muß nun versuchen, aus den Formeln das beste herauszuholen, und z. B. entscheiden, ob es von Vorteil sein kann, die Segelfläche zu erhöhen, auch wenn dafür der Kielballast verringert werden muß, um in der Formelbeschränkung zu bleiben. Beispiele für Konstruktionsklassen sind z. B. die "Meterboote" wie 12er, 8er, 6er, die Eintonner, Halbtonner und Vierteltonner der Siebziger Jahre, aber auch die modernen America's Cup-Yachten. Die 12er (eigentlich 12-Meter-Rennyachten) sind aber keinesfalls 12 Meter lang, nur das Ergebnis der Vermessungsformel, in die die Abmessungen des Bootes eingesetzt worden sind, darf 12 m nicht überschreiten. 12er sind typischerweise etwa 20-22 m lang. Gleiches gilt auch für die Tonner und andere Konstruktionsklassen. Weitere Konstruktionsklassen sind die Jollenkreuzer [10 qm (C), 15 qm (P), 16 qm (S), 20 qm (R) und 30 qm (B)]hier sind Mindest- und Höchstlänge und -breite, das Gesamtmindestgewicht sowie die vermessene Segelfläche bestimmt.

Bedeutende Wettbewerbe


- Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele, die Olympische Bootsklassen ab 2008 (in Beijing) sind:
  - Jolle Einhand Offen - Finn
  - Jolle Einhand Männer - Laser
  - Jolle Einhand Frauen - Laser Radial
  - Jolle Zweihand Männer/Frauen - 470er
  - Jolle Zweihand Offen - 49er (Skiff)
  - Kielboot Männer - Star
  - Kielboot Frauen - Yngling
  - Mehrrümpfer - Tornado (Zweirumpf-Jolle)
  - Windsurfen Männer/Frauen - NeilPryde RS:X
- Kieler Woche: die größte Segelsportveranstaltung der Welt mit Regatten in den olympischen und nicht-olympischen Bootsklassen
- Travemünder Woche: die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt mit Wettfahrten in 34 Klassen.
- Admiral's Cup
- America's Cup
- Mini-Transat
- Volvo Ocean Race
- Vendée Globe
- ISAF World Sailing Games
- Transatlantik Challenge
- Warnemünder Woche

Terminologie

Siehe auch


- Bootstypen
- Törn,
- Segler,
- Sportbootführerschein,
- Sportschifffahrt,
- Yacht,
- Segelschiff,
- Deutscher Segler-Verband,
- Segelschein,
- Segellehrer,
- Liste von Segelsportlern

Literatur


- Sportbootführerschein Binnen - Segel - Motor + R-Schein; Heinz Overschmidt, Verlag Delius-Klasing & Co, Bielefeld ISBN 3-7688-0657-X (217 Seiten, Segeln von A bis Z, bebildert, mit amtl. Fragenkatalog / gleichwertig Axel Bark)
- Sportbootführerschein Binnen - Segel - Motor + R-Schein; Axel Bark, Verlag Delius-Klasing & Co, Bielefeld ISBN 3-7688-0979-X (201 Seiten, Segeln von A bis Z, bebildert, mit amtl. Fragenkatalog / gleichwertig H. Overschmidt)
- Erdmann, Wilfried: Segeln mit Wilfried Erdmann, Edition Maritim 2004, ISBN 3-89225-506-7
- Schenk, Bobby: Fahrtensegeln. Delius-Klasing-Verlag, Bielefeld 2003 ISBN 3-7688-1426-2
- Jensen, Jens Kusk: Handbuch der praktischen Seemannschaft auf traditionellen Segelschiffen. Heel Verlag 1998, ISBN 3-8936-5722-3
- Schult, Joachim: Seglerlexikon, 600 S., Delius Klasing 1990, ISBN 3-87412-103-8
- Doberman, C.: Das Wörterbuch vom Wassersport, 875 S., Delius Klasing 1987, ISBN 3-7688-0505-0

Zeitschriften und Magazine (alphabetisch)


- blauwasser - Leben unter Segeln; palstek Verlag, Hamburg. ISSN ?? [http://www.palstek.de Homepage]
- palstek - Technisches Magazin für Segler; palstek Verlag, Hamburg. [http://www.palstek.de Homepage]
- segeln; Jahr Top Special Verlag, Hamburg. [http://www.segeln-magazin.de Homepage]
- Yacht; Delius-Klasing Verlag, Bielefeld. [http://www.yacht.de Homepage]
- Yachtrevue - Österreichs Magazin für Wassersport; Verlagsgruppe NEWS GmbH, Wien. [http://www.yachtrevue.at Homepage]

Weblinks


- Deutscher Seglerverband http://www.dsv.org/
- Bayerischer Seglerverband http://www.bayernsail.de/
- Österreichischer Segel-Verband http://www.segelverband.at/
- [http://www.avero.de/links/segeln/index.html Segeln lernen] interaktive Grafik, in der die Segelstellung zum Wind trainiert werden kann
- [http://www.uherweb.de/html/relativer_wind.html relativer Wind] kurze Erklärung zum relativen Wind
- [http://www.segel.de www.segel.de-Segelportal] (Extrem werbelastig, aber mit Regattaberichten von Jollenklassen)
- Segeljournal http://www.segeljournal.de Nützliche Tipps für Fahrtensegler im Mittelmeer
- http://www.seglermagazin.de Seglermagazin.de, aktuelles Online-Magazin rund ums Segeln
- Diskussionsforum rund ums Thema Segeln: http://www.segeln-forum.de/portal.php?sid= Kategorie:Segeln Kategorie:Wassersport

Kategorie:Strömungslehre

Kategorie:Technik Kategorie:Mechanik

Labeyrie

Labeyrie è un comune francese di 82 abitanti situato nel dipartimento dei Pirenei atlantici nella regione dell'Aquitania. Labeyrie Labeyrie

jastrzbia gra Hotele w Warszawie pharmacy video poker tanie latanie, tanie loty










































:: RELATED NEWS ::
Burgettstown, Pennsylvania
Burgettstown is a borough located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the borough had a total population of 1,576. Robert Linn was born in Burgettstown.

Geography

Burgettstown is located at 40°22'51" North, 80°23'28" West (40.380844, -80.391047). According to the United States Census Bureau, the borough has a total area of 1.
California, Pennsylvania
California is a borough located in Washington County, Pennsylvania, along the Monongahela River. As of the 2000 census, the borough had a total population of 5,274. It includes the campus of California University of Pennsylvania.

Geography

California is located at 40°3'55" North, 79°53'50" West (40.065313, -79.897120). According to t
Canonsburg, Pennsylvania
Canonsburg is a borough located in Washington County, Pennsylvania, 18 miles (29 km) southwest of Pittsburgh. Canonsburg was laid out by Colonel John Canon in 1789 and incorporated in 1802. It was the central point of the whiskey insurrection of 1794. The borough is in a rich coal
Canton Township, Washington County, Pennsylvania
Canton Township is a township located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 8,826.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 38.6 km² (14.9 mi²). 38.6 km² (14.9 mi²) of it is lan
Carroll Township, Washington County, Pennsylvania
Carroll Township is a township located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 5,677.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 35.7 km² (13.8 mi²). 35.0 km² (13.5 mi²) of it is la
Cecil Township, Pennsylvania
Cecil Township is a township located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 9,756.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 68.4 km² (26.4 mi²). 68.2 km² (26.3 mi²) of it is land
Cecil-Bishop, Pennsylvania
Cecil-Bishop is a census-designated place located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 2,585.

Geography

Cecil-Bishop is located at 40°19'20" North, 80°11'29" West (40.322303, -80.191384). According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 6.6 Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the borough had a total population of 3,390.

Geography

Centerville is located at 40°1'51" North, 79°57'33" West (40.030766, -79.959107). According to the United States Census Bureau, the borough has a total area of 35.2 km² (13.6 borough located in Washington County, Pennsylvania, along the Monongahela River, 40 miles (64 km) south of Pittsburgh. Charleroi was settled in 1890 and incorporated in 1891. The population in
Chartiers Township, Pennsylvania
Chartiers Township is a township located in Washington County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 7,154.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 63.5 km² (24.5 mi²). 63.5 km² (24.5 mi²) of it is
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org