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Varel

Varel

Varel (Aussprache: "Farel") ist eine Stadt in Friesland (im Oldenburger Land) am Jadebusen in Niedersachsen, südlich von Wilhelmshaven. Sie ist mit 25.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Friesland. Ihre Beliebtheit als Ferien- und Tagungsort verdankt die seit dem 01. Januar 1986 selbständige Stadt der landschaftlich und klimatisch besonders günstigen Lage am Jadebusen (gemäßigtes Seeklima).

Geographie

Varel liegt südlich des Jadebusens an der Nordsee auf einem Geestrücken. Im Laufe der Stadtentwicklung und in Verbindung mit sicheren Deichen hat sich Varel auch in die niedriger gelegenen Gebiete ausgedehnt. Südlich und östlich von Varel fließt die Wapel, die beim benachbarten Wapeler Siel in die Jade und damit in den Jadebusen fließt. Varel selbst wird von der Südender Leke und Nordender Leke als Entwässerungssystem umflossen, die beide über den Vareler Hafen direkt in den Jadebusen entwässern. Die Umgebung von Varel ist durch Landwirdschaft, Wald und Meer geprägt. Die landwirtschaftlichen Flächen sind zum Teil dem Meer durch Eindeichungen abgetrotzt und zum Teil durch Kultivierung der Moorgebiete urbar gemacht worden.

Geschichte

Urkundlich erwähnt wurde Varel zum ersten Mal 1123 als Meierhof "Farle" in einem Schreiben des Papstes Kalixt II an das Rasteder Benediktinerkloster. Mitte des 15. Jahrhunderts geriet Varel, das zuvor zum friesischen Stammesgebiet gehörte und zuletzt von Häuptlingen regiert wurde, in den Einflussbereich des oldenburgischen Grafenhauses. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Varel der Sitz einer eigenen reichsgräflichen Herrschaft unter oldenburgischer Oberhoheit. Zunächst regierten die Aldenburger Grafen, später die Reichsgrafen von Bentinck. In den Jahren 1811 bis 1813 gehörte Varel für kurze Zeit wie das übrige Oldenburger Land zum französischen Kaiserreich und war Sitz einer gleichnamigen Mairie. Nach dem Ende der französischen Besatzung im Jahre 1813 kam die Herrschaft Varel wieder zu Oldenburg, ging aber erst 1854 endgültig darin auf. Mit Wirkung vom 8. Dezember 1832 bildeten die beiden Bauerschaften Nordende und Südende, d.h. der eigentliche Ort Varel, innerhalb des Kirchspiels Varel den „Flecken“ Varel mit eigener Ortsverwaltung, Ortsausschuss und einem Ortsvorsteher. Am 1. Mai 1856 entstand aus diesem Teil des Kirchspiels Varel die Stadtgemeinde Varel (Stadt II. Ordnung), aus dem restlichen Teil des Kirchspiels wurde die Landgemeinde Varel gebildet. Die Stadtgemeinde Varel erhielt am 1. Mai 1858 den Status einer Stadt I. Ordnung. Nach der Novemberrevolution 1918 herrschte im Amtsverband Varel und damit auch in der Stadtgemeinde Varel zunächst von November 1918 bis Februar 1919 ein sozialistischer Arbeiter- und Soldatenrat unter dem Vorsitz von Albert Sonnenmoser (USPD). Der 1908 gewählte und 1916 wiedergewählte Bürgermeister Wilhelm Oltmanns, die ebenfalls noch zu Kaisers Zeiten gewählten vier Ratsherren und die 18 Stadträte blieben jedoch zunächst in ihren Ämtern. Am 6. April 1919 fanden dann erstmals Stadtratswahlen nach einem demokratischen Wahlrecht statt. Weitere Stadtratswahlen fanden jeweils im November der Jahre 1921, 1924, 1927 und 1930 statt. Die bürgerlichen Parteien und Wahlgruppierungen stellten bis 1930 immer die Mehrheit im Stadtrat, die USPD (1919 und 1921), die SPD (1919 bis 1933) und die KPD (1924 bis 1933) blieben in der Minderheit. Im Sommer 1920 trat Bürgermeister Oltmanns zurück und wurde im Mai 1921 zum Ehrenbürger der Stadt Varel ernannt. Zu seinem Nachfolger wählte der Stadtrat im August 1921 Max Berlit. Im Sommer 1928 erschütterte der Sparkassenskandal die Stadt Varel, der 1921 gewählte Bürgermeister Max Berlit wurde in diesem Zusammenhang amtsenthoben und beging am 5. August 1928 Selbstmord. Nachfolger wurde erneut Wilhelm Oltmanns, der das Amt von Juli 1928 bis Februar 1929 kommissarisch verwaltete und dann vom Stadtrat erneut zum Bürgermeister - diesmal "auf Lebenszeit" - gewählt wurde. In der Endphase der Weimarer Republik litt die Stadtgemeinde Varel unter einem erheblichen Defizit im städtischen Haushalt und war von einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfängern belastet. Bei der Stadtratswahl im November 1930 wurde die im April 1928 gegründete NSDAP-Ortsgruppe Varel stärkste Fraktion im Stadtrat und besaß nach dem Übertritt von zwei bürgerlichen Stadträten mit 11 von 18 Sitzen die absolute Mehrheit. Varel erhielt so bereits Anfang 1931 einen Stadtratsvorsitzenden (Dr. Friedrich Wegener) - Vater von Paul Wegener - und einen stellvertretenden Bürgermeister (Kaufmann Hans Flügel) mit nationalsozialistischem Parteibuch. Nach der NS-Machtübernahme im Reich im Frühjahr 1933 versetzte die NS-Landesregierung Bürgermeister Oltmanns "in den Ruhestand", Nachfolger in seinem Amt wurde der Nationalsozialist Gustav Menke (bis 1940). Die weiteren Bürgermeister in der NS-Zeit waren Wilhelm Gerstenberg und Otto Ahlers. Nach der Oldenburgischen Verwaltungsreform vom Mai 1933 wurde die Stadtgemeinde Varel Bestandteil des Amtes (ab 1.1.1939: Landkreis) Friesland und zu einer kreisangehörigen Stadtgemeinde herabgestuft. Die Landgemeinde Varel führte ab 1937 den Namen "Gemeinde Varel-Land". Varel war während der NS-Zeit Sitz der NSDAP-Kreisleitung für den Landkreis Friesland (Kreisleiter: Kaufmann Hans Flügel). Nach der kampflosen Besetzung und damit Befreiung von der NS-Herrschaft am 6. Mai 1945 durch Truppenverbände der 2. Kanadischen Armee gehörte Varel zur britischen Besatzungszone und seit November 1946 zum neu gebildeten Land Niedersachsen. Varel war zeitweilig Sitz der britischen Kreis-Militärregierung für den Landkreis Friesland. Der erste gewählte Bürgermeister nach dem Kriege war Adolf Heidenreich (SPD). 1972 wurden beide Vareler Gemeinden zur heutigen Stadtgemeinde Varel vereinigt. Seit 1985 gilt sie als selbstständige Stadt und ist so der Kreisstadt Jever nicht mehr untergeordnet. Jever Die genaue Entstehung des Namens "Varel" ist nicht bekannt. Laut dem Archäologen Dieter Zoller bedeutet es (wie "Driefel") "Trift am Walde". Andere Vermutungen besagen, dass das Wort "Farle" eine Zusammensetzung der friesischen Wörter "fran" und "le" beziehungsweise "lo" sei. Dieses würde soviel wie "Heiliger Wald" bedeuten. Dafür spricht, dass der heutige Kirchplatz früher einmal eine friesische Kultstätte und der zugemauerte Brunnen eine heilige Quelle war. Im Vareler Wald deutet das zum Teil massive Auftreten von Ilex in Verbindung mit archäologischen Funden ebenfalls auf germanische Haine hin. Des weiteren wird behauptet, dass Varel oder Farle eine Bezeichnung für den Sammelplatz einer germanischen Hundertschaft war. Sicher ist, dass sich Varel bereits im 13. Jahrhundert als Mittelpunkt seiner umliegenden Region herauskristallisiert hatte. Ausschlaggebend hierfür war eine der vier Gaukirchen des Friesenlandes Rüstringen, welche bereits vor 1200 in ihrer ursprünglichen Gestalt bestand. Mitte des 15. Jahrhunderts geriet Varel endgültig in den Einflussbereich der Oldenburger Grafen.

Persönlichkeiten

15. Jahrhundert

Bentinck


- Charlotte Sophie von Bentinck, geborene Reichgräfin von Aldenburg

Künstler


- Erich Heckel (Maler, Brücke-Künstler)
- Karl Schmidt-Rottluff (Maler, Brücke-Künstler)
- Franz Radziwill (Kunstmaler) (1895-1983)
- Olga Potthast von Minden (Kunstmalerin)
- Georg Ruseler (Heimatdichter)
- Ferdinand Hardekopf (1876-1954) Journalist, Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer.

Politik


- Jan Eilers (1909-2000), deutscher Politiker (FDP, CDU, MdB, Finanzminister von Niedersachsen
- Karl-Heinz Funke (ehemaliger Landes- und Bundes-Landwirtschaftsminister, SPD)
- Bernd Lange (Mitglied des Europäischen Parlaments von 1994 bis 2004, SPD/SPE) [http://www.bernd-lange.de]
- Hans-Joachim Janßen (Mitglied des Landtages seit 2003, Bündnis90/Die Grünen)

Wissenschaft, Kultur und Religion


- Carl Carls (deutscher Schachmeister) (1880-1958)
- August Friedrich Wilhelm Haese (Baptistenpastor) und Metta Schütte - Sie waren das erste Ehepaar in Deutschland, das zivilrechtlich heiratete. Datum der Eheschließung: 22. Juni 1855 (siehe Zivilehe)
- Lothar Meyer (entwickelte etwa zeitgleich und unabhängig von Dmitri Iwanowitsch Mendelejew das moderne Periodensystem der Elemente)
- Oskar Emil Meyer (deutscher Physiker) (1834-1909)
- Johann Gerhard Oncken (Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden)
- Edo Osterloh (Evangelischer Pfarrer, Oberkirchenrat und Kultusminister in Schleswig-Holstein) (1909-1964)

Handel und Wandel


- Hans-Paul Bürkner CEO der Boston Consulting Group (
- 1951)
- Eilert Hörmann genannt Meischen (Schmiedemeister)
- Gustav Martin Theodor Hoyer (erster Buchrestaurator aus Varel)
- Meyerholz (Stifter des Meyerholzstiftes)
- Grosse (Stifter des Grosse Stiftes)
- Gustav Schwabe-Barlewin (Kaufmann, um 1880 Vorsteher der Synagogengemeinde Varel)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen und Archive


- Heimatmuseum Varel & Mühle
- [http://www.menschenmuell.de/museum Spijöök Museum für Kuriositäten und Seemannslegenden]
- Franz-Radziwill-Haus (Dangast)
- Freiwirtschaftliche Bibliothek – Wissenschaftliches Archiv- Leiter: Dipl. Volkswirt Werner Onken, Steenkamp 7, D-26316 Varel

Bauwerke

Freiwirtschaftliche Bibliothek – Wissenschaftliches Archiv
- Die evangelische Schlosskirche (Patronizium: Peter und Paul) wurde ursprünglich als Holzkirche um 800 errichtet, im 12. Jahrhundert als Steinkirche mit Findlingen aufgebaut und mehrfach erweitert. 1634 stiften Graf Anton Günther den Münstermann-Altar, -Kanzel und -Taufbecken. Unter dem Altarraum befindet sich die Familiengruft der Grafen Bentinck. Die Schlosskirche ist das älteste Bauwerk Varels (Baujahr nach Überlieferung 1144) mit kreuzförmi­gem Grundriss und mächtiger breiter Westturmanlage.
- die Kapelle der Evangelisch-Freikirchlichen Baptistengemeinde an der Johann-Gerhard-Oncken-Straße.
- das Gebäude des ehemaligen Technikums (heute: Grundschule Osterstraße) mit der Erinnerungstafel an die ehemalige Synagogengemeinde und Synagoge in Varel in der Osterstraße (woran auch in Yad Vashem erinnert wird) und der jüdische Friedhof in Hohenberge.
- der Schlossplatz, unter dem noch die Fundamente des ehemaligen Schlosses liegen. An das Vareler Schloss erinnern noch die Schloss-Kirche, der Schloss-Platz und die Schloss-Straße
- Die betriebsfähige, fünfgeschossige Holländermühle aus dem Jahre 1847 ist bei aufrecht stehenden Flügeln mit einer Gesamthöhe von 39 m eine der größten Windmühlen in Norddeutschland. Heute befinden sich hier eine um­fangreiche heimatkundliche Sammlung sowie eine Sammlung zur Frühge­schichte der Vareler Industrie.
- das weit über die Grenzen Varels hinaus bekannte St. Johannesstift (Hospital).
- das Rathaus mit dem Vareler Wappen.
- das so genannte "Rathaus 2", die ehemalige Vareler Börse.
- das Gebäude der ehemaligen Höheren Töchterschule (heute Grundschule Schlossplatz).
- das Waisenhaus mit dem Regentenzimmer.
- bauliche Kleinodien sind auch in der Meischenstraße.
- das ehemalige Reedergebäude am Neumarkt.
- das Schienfatt (Spezialität: Pharisäer zum Wochenmarkt)
- der Wasserturm wurde 1913 erbaut und versorgt noch heute die Stadt mit bestem Wasser aus eigenen Brunnen.
- die Gebäude in den Marienlustgarten
- Leuchtturm Arngast von 1909

Sehenswürdigkeiten

Leuchtturm Arngast
- der Vareler Hafen mit der Kamman-Schleuse und mit der kleinsten Kneipe der Welt.
- das so genannte Schloss Suhren, das ehemalige Zollgebäude.
- die "Hochwasser-Fluchtsiedlung" Neuwangerooge.
- der Flaggenturm mit dem Anker (= Vareler Wappenturm).
- im Hafenbereich lassen sich noch Spuren der einst dänischen Christiansburg mit den Festungswällen und -gräben (Lageplan-Tafel am Hafen) finden. Das Altargemälde in der Schlosskirche und das Haus Lange Str. 45 stammen aus der Christiansburg.
- das legendäre HANSA PKW Produktionsgebäude (Lloyd (Auto)) und die Hansa-Siedlung in der Koppenstraße sowie das Rennfahrerhaus. Siehe auch: :nl:Varel (motorfiets)
- die "Alte Schmiede" (in der Nähe eines der ehemals 4 Stadttore gelegen?)
- Stadthaus Lange Str. 49 mit der alten Kaimauer, Geburtshaus der Professorenbrüder Schuhr
- die typischen Gartenzäune mit den zweckentfremdeten U-Boot Netzen.
- das Naturschutzgebiet Mühlenteich mit dem Mühlenradbassin, ein Orchideenrefugium.
- das einzige erhaltene Kellerhaus am Logemoorweg nahe der Burganlage Bramloge.
- das Nordseebad Dangast (Altes Kurhaus).

Regelmäßige Veranstaltungen


- Frühlingsfest im April/Mai
- Töpfermarkt im August
- Hafenfest (direkt am Vareler Hafen) im August
- Kramermarkt im September
- Pferde und Fohlenmarkt im Oktober
- Weihnachstmarkt im November
- jeden 1. Samstag im Monat lange Öffnungszeiten bis 18 Uhr

Wirtschaft

Varel ist vor allem durch mittelständische Betriebe geprägt. Zahlreiche Betriebe haben sich in der Vergangenheit durch Erweiterungen und Modernisierungen auf die Anforderungen der Zukunft eingestellt, und der Handel konnte die Stellung Varels als Einkaufsstadt festigen. Einen nicht wegzudenkenden Stellenwert in der Wirtschaftsstruktur nimmt der Fremdenverkehr ein, und hier verdient das Nordseebad Dangast – Ort mit Heilquellen- Kurbetrieb – besondere Beachtung. In Varel befindet sich eine große Kaserne der Bundeswehr. Zur Zeit ist dort das Fallschirmjägerbatallion 313 mit 1060 Soldaten und Soldatinnen stationiert. Dieser Standort soll bis Ende 2007 aufgelöst werden. Das Batallion wird nach Seedorf verlegt. Quelle: [http://www.bundeswehr.de/C1256EF4002AED30/vwContentByKey/W26B9JJF222INFODE/$File/niedersachsen.pdf] Die Landwirtschaft ist weiterhin ein wichtiger Kultur und Wirtschaftfaktor. Neben der Rinderzucht (Milch- und Fleischproduktion) werden insbesondere am Deich auch Schafe gehalten.

Ansässige Unternehmen


- Porzellanfabrik Friesland (Melitta) [http://www.friesland-porzellan.de]
- Maschal Möbel in Altjührden (größtes Möbelhaus Norddeutschlands) [http://www.maschal.de/]
- Papier- u. Kartonfabrik Varel (genannt Halbzellstoff) [http://www.pkvarel.de]
- A. Heinen Maschinenbau [http://www.heinen.biz]
- Airbus (Früher VFW-Fokker, MBB, DASA, Deutsche Airbus Industries, EADS)
- zweitgrößter Standort der Keksfabrik Bahlsen [http://www.bahlsen.de]
- weitere Unternehmen finden sich auf den Seiten der Stadt Varel [http://www.varel.de/links/unternehmen.htm]

Verkehr

Straße

Die Stadt liegt an der A 29 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven und ist über zwei Abfahrten (Varel-Obenstrohe und Varel/Bockhorn) zu erreichen. Varel liegt weiterhin an der Bundesstraße 437, die unter anderem die A 29 mit der A 27 verbindet. Die Eröffnung des Wesertunnels am 20. Januar 2004 hat das Verkehrsaufkommen auf dieser ehemals ruhigen Bundesstraße schlagartig erhöht. Vor Eröffnung des Wesertunnels wurde die Bundesstraße innerörtlich rückgebaut. Die ehemalige Bundesstraße 69 führt auch durch Varel.

Bahn und Bus

Vom Bahnhof im Nordosten der Stadt verkehren stündlich Züge nach Wilhelmshaven und Osnabrück (und Bremen mit Umstieg in Oldenburg) über Oldenburg (KBS 392). Zudem gibt es täglich zwei bis drei Direktverbindungen von und nach Bremen. Nächste Bahnhöfe Rastede (südlich) und Sande (nördlich). Vom Bahnhofsvorplatz sind Busse in die Friesische Wehde zu erreichen. Siehe auch: Vareler Nebenbahnen

Fahrrad

Wie in vielen Teilen Norddeutschland üblich, ist das Fahrrad eines der beliebtesten Transportmittel in und um Varel. Entlang der Bundes- und der meisten Landesstraßen sind Fahrradwege ausgebaut. Varel ist an das europäische Rad-Weitwanderweg-Netz (EuroVelo) angeschlossen. Der EV 12 (Nordseeküsten-Radweg) führt von Wilhelmshaven kommend über Dangast und Varel am Jadebusen entlang Richtung Norden bis weiter an die Weser. Es besteht entlang der alten B 69 ein gut ausgebauter Radweg Richtung Oldenburg nach Süden. Die Ost-West-Verbindung ist entlang der Bundesstraße 437.

Wasserweg

Auch über den direkten Seewasserweg mit Schleuse und Hafen ist Varel erreichbar. Der Vareler Hafen, einst der größte deutsche Amerika-Hafen (Oldenburg, hatte als erstes deutsches Land ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geschlossen), ist heute hauptsächlich ein Sportboothafen. Die Vareler Schleuse (53°24'35" N, 8°11'18" E) ist technisch gesehen ein Deichdurchlaß, da nur bei ebengleichen Wasserstand vor und hinter der "Schleuse" die Tore geöffnet werden können. Vom Hafen aus führt der Seeweg über einen Priggenweg im Wattenmeer des Jadebusens zum Tonnenweg nach Wilhelmshaven und von dort in die Nordsee. Im nördlichen Teil wird die Fahrrinne durch den Leuchtturm Arngast angezeigt. Gezeiten können beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie [http://www.bsh.de/cgi-bin/gezeiten/was_tab.pl?ort=DE__776P&zone=Gesetzliche+Zeit+%B9&niveau=NN abgefragt] werden. Von 1877 bis 1913 wurde die Ansteuerung durch den Leuchtturm Vareler Siel erleichtert [http://www.deutscheleuchtfeuer.de/vareler-siel.html].

Stadtgliederung

Varel ist in die Stadtteile Almsee, Altjührden, Borgstede, Bramloge, Brunne, Büppel, Dangast, Dangastermoor, Grünenkamp, Hohelucht, Hohenberge, Jeringhave, Jethausen, Jethausermoor, Langendamm, Logemoor, Moorhausen, Neudorf, Neuenwege, Obenstrohe, Plaggenkrug, Rahling, Rallenbüschen, Rosenberg, Rotenhahn, Schwarzenberg, Seghorn, Streek, Tange, Vareler Schleuse, Wilkenhausen, Winkelsheide aufgeteilt.

Obenstrohe

Obenstrohe ist mit etwa 4.000 Einwohnern der größte Stadteil Varels. In den letzten Jahren gab es diesbezüglich steten Zuwachs, denn Obenstrohe dient der arbeitenden Bevölkerung der umliegenden Gemeinden zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg aufgrund seiner zentralen und ruhigen Lage als Wohnort und als Zuhause. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Obenstrohe ein fast ausschließlich von Landwirten und deren Familien bewohnter Stadtteil Varels. Mit der zunehmenden Wichtigkeit der zentralen Lage Varels kamen mehr und mehr Zusiedler hinzu, und so entstand allmählich das mittlerweile recht eng bewohnte moderne Obenstrohe. Obenstrohe ist umgeben von Wäldern und Seen. Der Mühlenteich am südwestlichen Ortsrand dient mit seiner ihn weiträumig umgebenden Waldfläche sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch vielen Touristen als Erholungsort.

Partnerstädte


- „Vinetastadt“ Barth, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland: Freundschaftsvertrag seit 21. Dezember 1990. [http://www.stadt-barth.de/stadtportrait/partnerstaedte.html]

Weblinks


-
- [http://www.ws-varel.de Plattform mit aktuellen Informationen aus Varel]
- [http://stereoview.forU.de Relikte v.Hauptportal des 1871 zerstörten Vareler Schlosses (letztes 3D Bild in Galerie Set5)]
- [http://www.gesund-in-varel.de Das Gesundheits-Portal Varel]: Informationen und Termine zum Thema Gesundheit und Leben in Varel
- [http://www.kgwaterkant.de.vu Karnevals Gemeinschaft Varel]
- [http://www.friebo.de Friesländer Bote - Zeitung für Varel & Umzu]
- [http://www.lmg-varel.de Lothar-Meyer-Gymnasium]
- [http://www.menschenmuell.de Menschenmüll]: Kultur und Aktion, Museum, Wähleraktion, Wattgolf.
- [http://come.to/holger.frerichs Bücher zur Regionalgeschichte Varel und Friesische Wehde].
- [http://www.nordwestreisemagazin.de/dangast/wattgolf.htm Wattgolfturnier in Varel-Dangast].
- [http://www.nordwestreisemagazin.de/varel Varelerhafen].
Nicht zu verwechseln ist Varel mit Varrel, sowie dem früher selbstständigen Teil der Gemeinde Stuhr. Kategorie:Ort in Niedersachsen Kategorie:Friesland

Friesland

Das Wort Friesland hat mehrere Bedeutungen. Friesland ist
- eine Landschaft an der Westküste der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks, zu der folgende Regionen gehören (von West nach Nordost):
  - Westfriesland in der niederländischen Provinz Nordholland
  - die Provinz Friesland in den Niederlanden (friesischer Name: Fryslân).
  - Ostfriesland in Niedersachsen
  - das Saterland
  - der Landkreis Friesland sowie die Stadt Wilhelmshaven in Niedersachsen.
  - das ehemalige, von Sturmfluten zerteilte Rüstringen, heute: Butjadingen, Stadland, Friesische Wehde, Varel, Jeverland und Wilhelmshaven
  - das Stedinger Land teils von Friesen besiedelt, aber nicht zu Friesland
  - gehörend
  - das Land Wursten
  - die Elbinsel Neuwerk
  - die Nordseeinsel Helgoland
  - Nordfriesland in Schleswig-Holstein und Dänemark (Dänisch-Friesland).
- der Name der Porzellanfabrik Friesland Porzellanfabrik.
- der Deckname von Ernst Reuter, dem späteren Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, in seiner Zeit als führender Funktionär der KPD (vgl. dazu: Ernst Reuter-Friesland). Kategorie:Friesland

Jadebusen

Der Jadebusen ist eine Nordseebucht zwischen der Wesermündung und der Emsmündung (Dollart). Der Jadebusen ist im Verlauf verschiedener Sturmfluten während des Mittelalters entstanden und hat seinen Namen vom Fluss Jade. Heute nimmt er eine Fläche von 190 Quadratkilometern ein. Nach Norden ist der Jadebusen über das Jadefahrwasser mit der Nordsee verbunden. Wichtigste Städte in der Region am Jadebusen sind Wilhelmshaven und Varel. Inmitten des Jadebusens steht der Leuchtturm Arngast als Leuchtfeuer für das Wilhelmshavener Jadefahrwasser.

Geschichte

Arngast Die Entstehung des Jadebusens begann mit der Julianenflut vom 17. Februar 1164. Zeitgenössischen Berichten zufolge kamen bei dieser Flut 20.000 Menschen an der Nordseeküste ums Leben. Der Marktort Aldessen (Haroldsheim) ging im Jadebusen für immer verloren. Zuletzt wurde der Ort um 1428 erwähnt. Die größte Ausdehnung erreichte der Jadebusen durch die Antoni-Flut vom 16. Januar 1511, bei der das Zerstörungswerk der Sturmfluten von 1509 und 1510 vollendet wurde. Innerhalb von nur drei Jahren wurde ein großes Stück der deutschen Küste vom Meer verschlungen. Zeitweise bestand sogar eine Verbindung zur Weser. Unter anderem unter dem Eindruck dieser Naturgewalten wurde 1514 die Kirche von Jade erbaut. Letztlich werden aber vor allem die in den folgenden Jahrzehnten entstandenen Deiche - oft in Eigenleistung der Anwohner - zur Sicherung der Küste beigetragen haben. Zusammen mit natürlicher Verlandung haben sie die Gestalt des heutigen Jadebusens geprägt.

Die Jade als Naturhafen

Jade Trotz der scheinbar günstigen Lage wurde der Jadebusen nicht als großer Naturhafen angenommen. Zwar plante König Christian V. von Dänemark einen Kriegshafen am Jadebusen und ließ 1681 tatsächlich mit den Bauarbeiten des Hafens "Christiansburg" bei Varel beginnen, aber das Fahrwasser dorthin konnte mit den damaligen Mitteln nicht offengehalten werden. Deshalb wurde das Vorhaben 1693 aufgegeben. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts plante Zar Peter der Große einen Kriegshafen für die von ihm geschaffene russische Flotte in Hooksiel, das zu dieser Zeit von Russland mitregiert wurde. Auch dieser Plan blieb unvollendet, nur eine Gedenktafel am Hooksieler Hafen erinnert noch daran. Außer den Schwierigkeiten, das Fahrwasser zu unterhalten, waren es vor allem die Lebensumstände in den Küstenregionen, die den Bau eines Hafens verhinderten. Letztlich konnte Preußen diese Idee in die Tat umsetzen, nachdem es 1853 Oldenburg das sogenannte Jadegebiet abgekauft hatte und das heutige Wilhelmshaven gründete. In den Anfangsjahren litten die Bewohner und Hafenbauarbeiter an dem Mangel an Trinkwasser und an fiebrigen Erkrankungen, die sich in den Sümpfen entlang der Jade hielten. Zeitweise waren 40 Prozent der Arbeiter erkrankt, einige infizierten sich sogar mit Malaria.

Das Jadefahrwasser

Malaria Preußen war mit diesem Kauf auch deshalb ein erhebliches Risiko eingegangen, weil das Fahrwasser des Jadebusens zu diesem Zeitpunkt noch nicht vermessen war und keinesfalls feststand, dass es sich für einen Kriegshafen eignete. Die Preußische Marine veranlasste 1854 erste Peilungen, und 1855 begannen die planmäßigen Vermessungsarbeiten unter der Leitung des bekannten Geodäten Johann Jacob Baeyer. Tatsächlich wurde dabei ein bis dahin unbekanntes tiefes Fahrwasser direkt an der Nordostseite der Insel Wangerooge entdeckt, das bis heute als Hauptfahrwasser genutzt wird. Die ersten Kartenblätter wurden 1856 fertiggestellt, das Gesamtwerk, der See-Atlas der Jade-, Weser- und Elbemündungen 1858/59 veröffentlicht. Im Laufe der Zeit wurde eine Anzahl von künstlichen Strombauwerken geschaffen, die die natürlichen Strömungen lenken und verstärken, um das Jadefahrwasser auch für sehr große Schiffe befahrbar zu halten. Außerdem werden in der Fahrrinne ständig Baggerschiffe eingesetzt, um örtliche Ablagerungen zu entfernen. Die Jade ist Deutschlands tiefstes Fahrwasser, das bisher vor allem für Tanker genutzt wird. In den nächsten Jahren soll an der Westseite des Jadebusens der JadeWeserPort als Tiefwasserhafen für sehr große Containerschiffe entstehen.

Weblinks


- [http://www.wilhelmshaven-port.de/ Häfen an der Jade] Kategorie:Friesland

Niedersachsen

Siehe auch Portal Niedersachsen. ---- Niedersachsen liegt in Norddeutschland und ist flächenmäßig nach Bayern das zweitgrößte Land der Bundesrepublik Deutschland. Landeshauptstadt ist Hannover.

Geografie

Räumliche Lage Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf der Elbe. Ausgenommen hiervon ist das Amt Neuhaus, das rechts der Elbe liegt. Im Südosten wird es durch den Harz, ein deutsches Mittelgebirge, begrenzt. Ein Großteil des Landes gehört zur Norddeutschen Tiefebene. Im Nordosten Niedersachsens erstreckt sich die Lüneburger Heide. Während dort ärmere Sandböden (Heide und Geest) dominieren, finden sich im Osten und Südosten in der Hildesheimer Börde mithin die besten Böden Deutschlands. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltigen Böden) ist das Land landwirtschaftlich gut erschlossen. Die Flüsse Aller, Weser, Ems und Elbe prägen Niedersachsen. Der höchste Berg ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen Nachbarländer Angrenzende Bundesländer sind Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Kein anderes deutsches Bundesland hat mehr Nachbar-Bundesländer. Niedersachsen hat eine Außengrenze zu den Niederlanden und Anteil an der deutschen Nordseeküste.

Geschichte

Niedersachsen ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Land neu gegründet worden, nachdem es ein Teil der britischen Besatzungszone war. Es entstand aus den ehemaligen Territorien des Königreichs Hannover (1866 bis 1946 preußische Provinz Hannover, 1946 Land Hannover), des Großherzogtums Oldenburg, des Herzogtums Braunschweig und des Fürstentums Schaumburg-Lippe. Der Name "Niedersachsen" als Regionsbezeichnung ist jedoch schon sehr viel älter; Name und Wappen des neuen Bundeslandes greifen auf den Volksstamm der Sachsen zurück, dessen Siedlungsraum etwa dem heutigen Niedersachsen und einigen angrenzenden Gebieten entsprach. Der Zusatz "Nieder-" stammt bereits aus dem Mittelalter (Niedersächsischer Reichskreis) und unterschied das alte Sachsenland von den später aus dynastischen Gründen "(Ober-)Sachsen" genannten mitteldeutschen Fürstentümern (siehe Freistaat Sachsen). Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begründete Bindung insbesondere Hannovers an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland. Das "Lied der Niedersachsen" (Niedersachsenlied) wird als Landeshymne angesehen. Am 1. Juni 1993 tritt die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die "Vorläufige Niedersächsische Verfassung" von 1951 ablöst. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz. Nach einem Bürgerentscheid 1993 wurde das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz vom Land Mecklenburg-Vorpommern zum Land Niedersachsen ausgegliedert und als neue Gemeinde Amt Neuhaus dem Landkreis Lüneburg angegliedert. Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, aus denen Niedersachsen bis dato bestand, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems.

Politik

Weser-Ems]] Bei den Landtagswahlen am 2. Februar 2003 erlitt die SPD eine schwere Niederlage und verlor ihre Regierungsmehrheit. Wahlsieger war die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Wulff den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit der FDP stellte. Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen seit 1946: Wahlergebnisse und Landesregierungen seit 1947. Im Bundesrat hat Niedersachsen sechs Stimmen, die höchst mögliche Anzahl, ebenso wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Verwaltung

Verwaltungsreform

Zum 1. Januar 2005 wurden die bisher existierenden Regierungsbezirke aufgelöst. Mittelfristig (vermutlich 2008) wird in Niedersachsen wohl eine Kreisgebietsreform durchgeführt werden, in deren Verlauf die zum Teil sehr überschuldeten Landkreise zusammengelegt werden. Die Kreisgrenzen werden sich dabei voraussichtlich an den Grenzen der niedersächsischen Landschaftsverbände orientieren. Zurzeit bestehen in vielen Gemeinden Fusionspläne mit Nachbargemeinden. Siehe hierzu auch im Artikel über den Landkreis Lüchow-Dannenberg

Verwaltungsgliederung

Landkreise

Niedersachsen besteht zur Zeit aus folgenden Landkreisen (in Klammern die Autokennzeichen): Landkreis Lüchow-Dannenberg

Kreisfreie Städte

# 18px Braunschweig (BS) # 18px Delmenhorst (DEL) # 18px Emden (EMD) # 18px Oldenburg (Oldb) (OL) # 18px Osnabrück (OS) # 18px Salzgitter (SZ) # 18px Wilhelmshaven (WHV) # 18px Wolfsburg (WOB)

Größte Städte

weitere Artikel

Niedersächsische Europapolitik

Wirtschaft

Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig/Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken, darunter dem Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg, und der in Peine und Salzgitter ansässigen Stahlindustrie. Braunschweig ist außerdem ein bedeutender Wissenschaftsstandort. Das Emsland, die Lüneburger Heide und Teile der Küstenregion gehören dagegen seit langem zu den strukturschwachen Räumen. Es gibt inzwischen eine Anzahl von Projekten, um die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten zu verbessern. Dazu gehören:
- Die aus Mitteln der örtlichen Wirtschaft mitfinanzierte Emslandautobahn A 31, die von Ostfriesland durch das Emsland nach Bottrop ins westliche Ruhrgebiet führt.
- Die Küstenautobahn A 22, die von Schleswig-Holstein durch den geplanten Elbtunnel bei Stade und den Wesertunnel bei Dedesdorf zur A 29 bei Oldenburg führen soll
- Mehrere Ethen-Pipelines, die die Chemiestandorte in Nordrhein-Westfalen mit denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbinden sollen und in Niedersachsen insbesondere den Produktionsstandorten Stade und Wilhelmshaven zu Gute kommen werden
- Der Containerhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven, der als einziger deutscher Seehafen auch von den größten Containerschiffen künftiger Generationen angelaufen werden können wird. Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide. In der Lüneburger Heide ist der Boden karg, Hauptprodukte sind Kartoffeln und als Spezialität Spargel. In den Marschgebieten an der Küste dominiert hingegen die Viehzucht. Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch als Braunkohl bekannt). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden) ein wichtiger Wirtschaftszweig. An der Küste spielt die Hafenwirtschaft eine bedeutende Rolle, während die Bedeutung des Schiffbaus abgenommen hat. In vielen Teilen Niedersachsens gibt es Tourismus, vor allem in den alten Feriengebieten des Harzes, der Lüneburger Heide und der Küstenregion mit ihren Inseln und Seebädern. Die Bundeswehr wird auch künftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit über 55.000 Soldaten und zivilen Beschäftigten wird Niedersachsen nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Bundesland mit der größten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein. An drei Standorten in Niedersachsen finden sich in Betrieb befindliche Atomkraftwerke, bei Lingen, bei Grohnde und bei Nordenham.

Wissenschaft

Bedeutende wissenschaftliche Standorte sind Göttingen, Braunschweig und Hannover. Kleinere wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg in Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Universität Lüneburg und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes. Siehe auch: Liste von wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen [http://www.mwk.niedersachsen.de/master/C732_L20_D0.html Die Website des niedersächsischen Minesteriums für Wissenschaft und Kultur]

Bevölkerung

Die historisch angestammte Bevölkerung setzt sich aus Niedersachsen und Friesen zusammen. Hinzu kommt eine vielzahl aus ganz Deutschland zugewanderter Personen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete für Heimatvertriebene aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland. Durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg entstand während des Wirtschaftswunders ein hoher Bedarf an Arbeitskräften, weswegen man viele Gastarbeiter aus Italien, Spanien und der Türkei anwarb, die häufig in Niedersachsen blieben. Seit dem Ende des kalten Krieges kamen viele Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen ins Land.

Sprache

In Niedersachsen werden Hochdeutsch, Friesisch (Saterfriesisch) und verschiedene Formen des Plattdeutschen gesprochen. Diese niederdeutschen Sprachformen werden heutzutage im Oldenburger Land, in Ostfriesland, im Emsland, in der Wümmeniederung, der Lüneburger Heide und an der Waterkant (Nordseeküste) verwendet. Dialekte des Ostfälischen werden noch in geringem Maße im Weserbergland, im Braunschweiger Land und im Eichsfeld gesprochen. Die Aussprache des Hochdeutschen in der Umgebung von Hannover gilt allgemein als vorbildlich, weil der Schriftsprache am nächsten (das Plattdeutsche ist dort schon seit längerer Zeit verschwunden). Jedoch besitzt die Sprache auch dort eine ortseigene Färbung. Amtssprachen sind Hochdeutsch und seit der Unterzeichnung der europäischen Sprachencharta auch Plattdeutsch und Saterfriesisch. Besonders lebendig ist das Plattdeutsche noch in Ostfriesland. Plattdeutsch hat sich hier unabhängig von anderen niederdeutschen (genauer: niedersächsischen) Dialekten entwickelt und zeigt große Verbindung mit dem Niederländischen und dem Friesischen, das in Ostfriesland aber seit dem 18. Jahrhundert durch das Niederdeutsche verdrängt wurde. Die Anzahl der Sprecher des Niederdeutschen ist in Ostfriesland mit mehr als der Hälfte der Bevölkerung besonders hoch, insgesamt sprechen und verstehen etwa 40% der niedersächsischen Bevölkerung den traditionellen Dialekt ihrer Region, wobei ein starkes Stadt-Land-Gefälle festzustellen ist. Siehe auch: Sprachen und Dialekte in Niedersachsen

Küche/Essen

Siehe unter Niedersächsische Küche

Kunstgeschichte

Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten in Herrenhausen (Hannover) - die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt.

Tourismus

Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr sind die Nordseeküste, der Harz, Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Wolfsburg mit der Autostadt, das Eichsfeld, das Weserbergland und das Leinebergland, Ostfriesland, die Lüneburger Heide, die Wümmeniederung, das Steinhuder Meer, der Dümmer, das Alte Land, das Elbetal und die Flüsse Aller, Leine, Hunte, Wümme und Weser. Das Brauchtum umfasst unter anderem das Grünkohlessen und Schützenfeste.

Regionen

Siehe auch: Niedersächsische Verfassung, Liste der Orte in Niedersachsen

Verbände in Niedersachsen


- Niedersächsischer Fußball-Verband
- Niedersächsischer Volleyballverband
- Niedersächsischer Sportschützenverband
- Medizinischer Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen
- Landesverband Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden im Nordwesten Niedersachsens
- Landesfeuerwehrverband Niedersachsen e.V.

Persönlichkeiten

Träger der Niedersächsischen Landesmedaille

Diese Liste ist nicht vollständig.
- Johannes Lilje (1899-1977), Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
- Josef Homeyer (
- 1929), Bischof

Söhne und Töchter Niedersachsens


- Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1726), Universalgenie
- Adolph Freiherr Knigge (1752-1796), Schriftsteller
- Ernst August I. (1771-1851), König von Hannover
- Carl Friedrich Gauß (1777-1855), Mathematiker und Astronom
- Johann Gerhard Oncken (1800 - 1884), Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden, heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden
- Georg Ferdinand Howaldt (1802-1883), Goldschmied, Bildhauer und Erzgießer in Braunschweig
- Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899), Naturwissenschaftler
- Werner von Siemens (1816-1892), Erfinder und Unternehmer
- Rudolf von Bennigsen (1824-1902), liberaler Politiker
- Wilhelm Raabe (1831-1919), Schriftsteller
- Wilhelm Busch (1832-1908), Zeichner und Autor von Bildergeschichten
- Adolf Breymann (1839-1878), Bildhauer
- Hermann Heinrich Howaldt (1841-1891), Bildhauer, Erzgießer und Kupfertreiber in Braunschweig
- Robert Koch (1843-1910), Arzt und Bakteriologe
- Hermann Löns (1866-1914), Dichter
- Paula Modersohn-Becker (1876-1907), Malerin
- Otto Hahn (1879-1968), Chemiker, Nobelpreis-Träger
- Kurt Schwitters (1887-1948), Maler und Dichter
- Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961), erster Ministerpräsident von Niedersachsen
- Ernst August Prinz von Hannover (geb. 1954), Oberhaupt des ehemals königlichen Hauses Hannover
- August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), Germanist, Sprachforscher und deutscher Liederdichter

Literatur


- Fritz Mielert: Du schönes Niedersachsen. (3 Bände; Teil 1: Hannover, Oldenburg, Bremen, Braunschweig, Schaumburg-Lippe, Hessen (nördl. Kassel); Teil 2: Lübeck, Mecklenburg, Lauenburg, Vorpommern mit Rügen, Usedom und Wollin; Teil 3: Hamburg, Schleswig-Holstein.). Johann Georg Holzwarth/Carl Schünemann. Bad Rothenfelde/Bremen. 1921 - 1923
- Kleine Niedersächsische Literaturgeschichte in drei Bänden Von Dichterfürsten und anderen Poeten. Herausgegeben von Dirck Linck (III), Jürgen Peters (I-III) und Wilhelm Heinrich Pott (I+II). Mit Register und Literaturverzeichnis. Gebunden. 8°. Band I. Zweiunddreißig Portraits von Roswitha von Gandersheim bis Johann Peter Eckermann. 256 Seiten. 38 Abb. ISBN 3927715298 (1993) Band II. Siebenunddreißig Portraits von Stendhal bis Arno Schmidt. 288 Seiten. 40 Abb. ISBN 392771531X (1994) Band III. Fünfundvierzig Portraits von Arno Schmidt bis Hans Pleschinski. Mit Fotografien von Isolde Ohlbaum, Brigitte Friedrich u.a. 336 Seiten. 60 Abb. ISBN 3927715301 (1996) »Geschichten, gesetzt aus Poetenleben, wissenschaftlich fundiert und erzählerisch aufbereitet zu einer Geschichte von Lebenden.« (NDR, Wolfgang Hausmann)

Weblinks


- [http://www.niedersachsen.de/ www.niedersachsen.de] - Offizielle Seite
- [http://www.niedersachsennavigator.de/ www.niedersachsennavigator.de] - Kartenserver des Landes, vom Flurstück bis zur Übersichtskarte
- [http://www.sachsengeschichte.de/ www.sachsengeschichte.de] - Geschichte der Niedersachsen und des Sachsennamens
- [http://www.koenigreich-hannover.de/ www.koenigreich-hannover.de] - Geschichte d. Landes Hannover
- [http://194.95.154.20/abacus/nds.htm Niedersächsische Bibliographie online] Datenbank der Niedersächsischen Landesbibliothek mit 75.000 Büchern und Aufsätzen zum Thema "Niedersachsen" in allen Aspekten
-
! als:Niedersachsen ja:ニーダーザクセン州 ko:니더작센 주 simple:Lower Saxony

Wilhelmshaven

Wilhelmshaven ist eine Stadt in Nordwestdeutschland. Mit 84.059 Einwohnern ist sie die größte Mittelstadt und eines der Oberzentren des Bundeslandes Niedersachsen. Die kreisfreie Stadt am Jadebusen hat traditionell große Bedeutung als Marinehafen der Bundeswehr. Außerdem gibt es von Wilhelmshaven eine eingeschränkte Fährverbindung nach Helgoland. Ferner befinden sich in Wilhelmshaven eine Fachhochschule Wilhelmshaven, die Teil der Fachhochschule Ostfriesland-Oldenburg-Wilhelmshaven ist, das Senckenberg-Institut für Meeresgeologie und -biologie, ein Institut für Vogelforschung, das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer sowie das Forschungszentrum Terramare. Nächst größere Städte sind Bremerhaven, ca. 30 km östlich, Oldenburg, ca. 50 km südlich und Bremen, ca. 105 km südöstlich Wilhelmshavens. Die Einwohnerzahl der Stadt Wilhelmshaven überschritt ca. 1937 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis in die 1970er Jahr lag die Einwohnerzahl noch über 100.000. Sie sank dann aufgrund zahlreicher Firmenschließungen, insbesondere des Niedergangs des Olympia-Schreibmaschinenwerkes und Verkleinerung des Bundeswehrstandortes stark ab. Sie liegt nunmehr bei rund 84.000.

Geografie

Wilhelmshaven (umgangsprachlich auch Schlicktau (Schlicktown) in Anlehnung an das chinesische Tsingtao genannt) liegt eingebettet in die Marschlandschaft am Westufer des Jadebusens, unmittelbar hinter dem Seedeich an der Nordsee und der sogenannten Waterkant. Das Stadtgebiet bildet den östlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel zwischen Dollart und Jade. Die Stadt grenzt im Osten und Süden an die Nordsee. Im Westen grenzen die Gemeinden Sande und Schortens, im Norden die Gemeinde Wangerland an. Alle drei Nachbargemeinden gehören zum Landkreis Friesland. Die Wattgebiete in der Küstenregion bei Wilhelmshaven gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Wilhelmshavens ist für statistische Zwecke in insgesamt 27 Stadtteile eingeteilt. Der erst 1972 eingemeindete Stadtteil Sengwarden ist zugleich Ortschaft im Sinne von § 55 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO). Für diese Ortschaft gibt es einen von der Bevölkerung gewählten Ortsrat, der aus 13 Mitgliedern besteht. Dieser wählt aus seiner Mitte einen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Der Ortsrat ist zu allen wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die 27 Stadtteile Wilhelmshavens: Bant, Innenstadt (City, Innenstadt-Nord, Hansaviertel, Innenstadt-West), Südstadt, Tonndeich, Heppens, Inselviertel, Villenviertel, Pädagogenviertel, Siebethsburg, Europaviertel, Wiesenhof, Aldenburg, Stadtparkkolonie, Neuengroden, Maadebogen, Altengroden-Süd, Altengroden-Nord, Ebkeriege, Schaar, Langewerth/Rundum, Himmelreich-Coldewei, Rüstersiel, Fedderwardergroden, Voslapp, Fedderwarden, Sengwarden und übrige Stadtgebiete.

Geschichte

Sengwarden Das Gebiet der heutigen Stadt Wilhelmshaven wurde von Friesen besiedelt. Durch den so genannten "Jade-Vertrag" vom 20. Juli 1853 kaufte der Staat Preußen vom Großherzogtum Oldenburg ein 313 ha großes Gebiet am Jadebusen zwecks Bau eines Stützpunkts für die Preußische Marine an der Nordsee. Der Vertrag wurde am 23. November 1854 umgesetzt und ab 1856 erfolgte der Bau des Hafens, dem sich alsbald auch eine kleine Siedlung anschloss. Ursprünglich sollte der während der Bauzeit als "Hafen Heppens" bezeichnete Hafen "Zollern am Meer" heißen. Am 17. Juni 1869 erhielt der Hafen dann aber in Anwesenheit von König Wilhelm I. von Preußen den offiziellen Namen Wilhelmshaven. Die Schreibweise v wurde der üblichen norddeutschen Form (siehe auch Bremerhaven und Cuxhaven) angeglichen. Gleichzeitig erfolgte die Grundsteinlegung der Christuskirche, als Garnisonskirche die heutige Hauptkirche der Stadt. 1871 wurde Wilhelmshaven, wie auch Kiel, Reichskriegshafen. 1873 erhielt die junge Siedlung die Stadtrechte, blieb aber rechtlich zunächst noch eine Landgemeinde. In der Nachbarschaft Wilhelmshavens entstand ab 1879 die Gemeinde Bant. Der Hafen wurde 1900 großzügig erweitert. 1902 wurden die Gemeinden Bant, Heppens und Neuende zum Amtsverband Rüstringen zusammen geschlossen, ehe diese Gemeinden ab 1. Mai 1911 eine einheitliche Stadt bildeten. Die beiden Städte, Wilhelmshaven und Rüstringen, hatten 1916 bereits mehr als 80.000 Einwohner. 1918 begann die deutsche Novemberrevolution durch einen Matrosenaufstand. Am 1. April 1919 wurde Wilhelmshaven eine kreisfreie Stadt, nachdem sie bis dahin zum Amt bzw. Landkreis Wittmund gehört hatte. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven zum 1. April 1937 mit der oldenburgischen Stadt Rüstringen zur neuen Stadt Wilhelmshaven vereinigt. Damals gab es Planungen zur Stadt der 400 000. 1938 wurde das Stadtgebiet um einige Gebiete der benachbarten, 1933 gebildeten Gemeinde Kniphausen vergrößert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bausubstanz der Stadt stark zerstört. Die vergleichsweise geringe Zahl an Luftkriegstoten (435) war den vielen Luftschutzbunkern zu verdanken, welche überall im Stadtgebiet errichtet wurden. 140.000 Flüchtlinge bevölkerten anschließend die Stadt. Mit der deutschen Wiederbewaffnung wurde Wilhelmshaven 1956 wieder Marinehafen und ist heute der einzige Stützpunkt der Deutschen Marine an der Nordsee. Am 1. Juli 1972 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Sengwarden mit ihren zugehörigen Ortsteilen bzw. Wohnplätzen, darunter Fedderwarden. Damit erreichte das Stadtgebiet Wilhelmshavens seine heutige Ausdehnung. Siehe auch Deutsche Marine (Geschichte)

Eingemeindungen

Wilhelmshaven wurde am 1. April 1873 offiziell zur Stadt erhoben, wenngleich die Siedlung rechtlich zunächst noch eine Landgemeinde war. Damals gehörte sie zum Amt Wittmund, aus dem 1885 der Landkreis Wittmund innerhalb des Regierungsbezirks Aurich der preußischen Provinz Hannover hervorging. Am 1. April 1919 schied Wilhelmshaven aus dem Landkreis Wittmund aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde zum 1. April 1937 die Stadt Rüstringen eingemeindet und die gesamte Stadt Wilhelmshaven dem Land Oldenburg angegliedert. Sie blieb eine kreisfreie Stadt. Rüstringen war erst am 1. Mai 1911 durch Vereinigung der Gemeinden Bant, Heppens und Neuende, die damals zum Amt Jever des Landes Oldenburg gehörten, gebildet worden. 1938 wurde das Stadtgebiet Wilhelmshavens vergrößert. Es wurden folgende Teile der Siedlungen Accum, Fedderwarden und Sengwarden, die zur 1933 gebildeten Gemeinde Kniphausen gehörten, eingegliedert: Langewerth, Accumersiel, Rundum, Fegefeuer, Hölle, Hohewerth, Burg Kniphausen, Oyensburg, Groß-Frankreich, Schilldeich, Steindamm, Schnapp, Mitteldeich, Coldewei, Himmelreich, Kniphausersiel, Fedderwardergroden und Voslapp. Bei der Gemeinde Kniphausen verblieben noch die Bauerschaften Accum, Aldenburg, Anzetel, Bohnenburg, Breddewarden, Coldewei, Fedderwarden, Inhausersiel, Langewerth, Moorhausen, Moorsum-Stummeldorf, Nord Sillenstede (westlicher Teil), Nord Sillenstede (östlicher Teil), Sengwarden, Sillenstede, Süd Sillenstede Nord, Süd Sillenstede Süd, Steindamm, Utters, Wehlens und Westerhausen, die ab 1948 die Gemeinde Sengwarden bildeten. Diese wurde am 1. Juli 1972 ebenfalls nach Wilhelmshaven eingegliedert. Damit erreichte das Stadtgebiet Wilhelmshavens seine heutige Ausdehnung.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Das Gebiet der heutigen Stadt Wilhelmshaven gehörte anfangs zum Gebiet des Erzbistums Bremen bzw. zum Archidiakonat Rüstringen. Unter Maria von Jever konnte die Reformation Einzug halten. So wurde in Neuende 1525 und in Heppens 1532 die erste evangelische Predigt gehalten. Danach war das Gebiet über viele Jahrhunderte vorwiegend protestantisch. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Mit dem Übergang an das Herzogtum bzw. Großherzogtum Oldenburg kam das heutige Wilhelmshavener Stadtgebiet zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, deren Verwaltung, das Konsistorium bzw. der Oberkirchenrat, sich in Oldenburg befindet. Nach Gründung der Stadt Wilhelmshaven im Jahre 1873 wurde wenige Jahre später 1882 auch eine eigene evangelische Kirchengemeinde gegründet. Diese Gemeinde konnte am 19. Juli 1883 ihren ersten "zivilen" Gottesdienst in der Garnisonkirche, der heutigen Christus- und Garnisonkirche abhalten, nachdem diese Kirche zunächst nur für die Marineangehörigen des Hafens erbaut worden war. Noch im gleichen Jahre erhielt die Gemeinde einen eigenen Kirchenvorstand und zum 1. Januar 1886 wurde sie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers angeschlossen, zumal die Stadt Wilhelmshaven seinerzeit zur preußischen Provinz Hannover gehörte. Die Protestanten in den benachbarten, seinerzeit noch nicht zu Wilhelmshaven gehörigen Gemeinden, waren weiterhin Glieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Zwischen 1898 und 1901 wurde für die junge evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wilhelmshaven eine eigene Kirche, die Christuskirche (Ecke Peterstraße/Adalbertstraße) errichtet. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg 1941 zerstört und danach nicht mehr aufgebaut. Die ebenfalls beschädigte Garnisonkirche wurde jedoch nach dem Krieg wieder aufgebaut. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wilhelmshaven erwarb 1959 die Kirche vom Bund und nannte sie in Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven um. Mit dem Doppelnamen soll die Tradition der "alten" im Krieg zerstörten Christuskirche wachgehalten werden. Nachdem die Stadt Wilhelmshaven 1937 dem Land Oldenburg zugeordnet worden war, gehörte somit auch die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Wilhelmshaven - wie bereits alle anderen Kirchengemeinden der Stadt - zur oldenburgischen Landeskirche. Wilhelmshaven wurde Sitz eines Kirchenkreises, zu dem heute alle Kirchengemeinden der Stadt gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Der Kirchenkreis Wilhelmshaven umfasst jedoch auch einige Gemeinden, die nicht zur Stadt Wilhelmshaven gehören (z.B. Jever, Schortens). Da nach Wilhelmshaven von Anfang an auch von katholischen Marineangehörigen zuzogen, gab es für diese ab 1886 in der Garnisonskirche die erste Heilige Messe. Bereits 1878 / 79 wurde jedoch für die Katholiken des gesamten Jaderaumes an der Ansgaristraße eine Marien-Kirche erbaut, die im Zweiten Weltkrieg allerdings zerstört und danach in moderner Bauweise wieder errichtet wurde. Eine weitere ältere katholische Kirche ist St. Willehad, die 1911 erbaut wurde. Die Katholiken der Stadt Wilhelmshaven gehörten anfangs zum Dekanat Oldenburg, das seinerzeit für den gesamten nördlichen Teil des Landes Oldenburg, einschließlich der damals noch preußischen Stadt Wilhelmshaven zuständig war. Das Dekanat Oldenburg gehörte zum Bischöflichen Münsterschen Offizialat Oldenburg mit Sitz in Vechta. Dieses Offizialat als Teil des Bistums Münster wurde 1831 gegründet, nachdem die Bildung eines eigenen katholischen Bistums für das Land Oldenburg in Vechta gescheitert war. Durch Zuzug weiterer Katholiken, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Neueinteilung der Dekanate des Bistums Münster erforderlich. So wurde 1954 Wilhelmshaven Sitz eines eigenen Dekanats, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Dieses Dekanat gehört - wie das ehemals zuständige Dekanat Oldenburg - ebenfalls zum Offizialat Oldenburg des Bistums Münster. (Siehe auch [http://www.kirche-am-meer.de/ Website der Kirchen in Wilhelmshaven] und: [http://home.t-online.de/home/ev.kirche.fedderwarden/index.htm/ St. Stephanus Fedderwarden]) Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch verschiedene Freikirchen in Wilhelmshaven, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-Methodistische Kirche (Methodisten), eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten und eine Freie Evangelische Gemeinde (FeG). Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen"), die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas vertreten.

Politik

Die Verwaltung der jungen Siedlung beim Marinehafen Heppens oblag zunächst der preußischen Admiralität. Gemäß Statut vom 4. August 1873 wurde Wilhelmshaven zur Stadt erklärt und erhielt dadurch auch einen eigenen Bürgermeister. Mit der Kreisfreiheit 1919 erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister. Neben dem Bürgermeister gab es einen vom Volk gewählten Rat. Während des Zeit des Dritten Reiches wurde das Stadtoberhaupt Wilhelmshavens von der NSDAP eingesetzt. 1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 2002 wurde in Wilhelmshaven die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben, nachdem die Amtszeit von Oberstadtdirektor Arno Scheiber geendet hatte. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird. Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Wilhelmshaven seit Gründung der Stadt
- 1873: von Norden, kommissarischer Bürgermeister
- 1874 - 1879: Julius Nakszynski, Bürgermeister
- 1879 - 1881: Rudolf Schwanhäuser, Bürgermeister
- 1881 - 1883: Fritz Feldmann, Bürgermeister
- 1884 - 1896: Friedrich Oetken, Bürgermeister
- 1886 - 1906: Dr. Hans Ziegner-Gnüchtel, Bürgermeister
- 1906 - 1933: Emil Heinrich Bartelt, Bürgermeister, ab 1919 Oberbürgermeister
- 1933 - 1937: Carl Renken, Oberbürgermeister (ohne Wahl eingesetzt)
- 1937 - 1945: Dr. Wilhelm Müller, Oberbürgermeister (ohne Wahl eingesetzt)
- 1945: Dr. Friedrich Paffrath, kommissarischer Oberbürgermeister
- 1945 - 1952: Reinhard Nieter, Oberbürgermeister
- 1952 - 1953: Arthur Raschke, Oberbürgermeister
- 1953 - 1955: Dr. Friedrich Peters, Oberbürgermeister
- 1955 - 1956: Rudolf Onken, Oberbürgermeister
- 1956 - 1961: Reinhard Nieter, Oberbürgermeister
- 1961 - 1972: Johann Janßen, Oberbürgermeister
- 1972 - 1976: Arthur Grunewald, Oberbürgermeister
- 1976 - 1981: Eberhard Krell (SPD), Oberbürgermeister
- 1981 - 1986: Hans Janßen (CDU), Oberbürgermeister
- 1986 - heute: Eberhard Menzel (SPD), Oberbürgermeister Oberstadtdirektoren von Wilhelmshaven
- 1945 - 1955: Dr. Friedrich Paffrath
- 1956 - 1968: Dr. Walther Schumann
- 1968 - 1984: Dr. Gerhard Eickmeyer
- 1985 - 2002: Arno Schreiber

Wappen

Das Wappen der Stadt Wilhelmshaven zeigt in Gold einen rot gekleideten Friesen ohne Kopfbedeckung mit geschwungenem Rundschild und erhobenem Speer. Die Stadtflagge ist rot-gold. Das Wappen entstammt dem mittelalterlichen Siegelbild des Rüstringer Landes und wurde von der Stadt Wilhelmshaven 1949 angenommen bzw. vom Innenministerium Niedersachsen genehmigt. Zuvor hatte die Stadt ein anderes Wappen, das in Blau einen goldenen Anker, belegt mit zwei gekreuzten Schwertern zeigt. In der Mitte ein goldener Schild mit dem schwarzen Preußen-Adler. Dieses Wappen war bis 1939 im Gebrauch. Danach führte die Stadt für 10 Jahre ein Wappen, das gespalten von Blau und Silber, vorne ein senkrechtes silbernes Schwert, hinten vier blaue Wellenbalken zeigte.

Städtepartnerschaften

Wilhelmshaven unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Vichy, Frankreich, seit 1965
- Norfolk / Virginia, USA, seit 1976
- Dunfermline / Schottland, Vereinigtes Königreich, seit 1979
- (Qingdao (Tsingtau)), Volksrepublik China, seit 1992
- Bad Harzburg, seit 1988 (Städtefreundschaft)
- Bydgoszcz, Polen, seit Anfang der 90er Jahre

Wirtschaft und Infrastruktur

Ökonomischer Schwerpunkt in Wilhelmshaven ist die Hafenwirtschaft. Mit einer Fahrwassertiefe von 20m in der Jade ist Wilhelmshaven Deutschlands einziger Tiefwasserhafen. Wichtigstes Hafenprojekt ist der Bau des JadeWeserPorts, eines neuen Hafens für Containerschiffe, die aufgrund ihres Tiefgangs nicht die Häfen an Weser und Elbe anlaufen können. Das Planfeststellungsverfahren für dieses Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Der Bau des Hafens soll noch 2005 beginnen, die ersten Schiffe sollen 2009/10 abgefertigt werden. Neben seinem Status als Universalhafen (Schüttgut, Projektladung, Container, Schrott, Lebensmittel) ist der Seehafen mit seinen Umschlagbrücken für Rohöl und Mineralölprodukte, einer Raffinerie, Kohleumschlag und einem Kohlekraftwerk als Umschlagplatz für die Energieversorgung Deutschlands von großer Bedeutung. In Wilhelmshaven und Umgebung gibt es eine Anzahl von Kavernen, in denen die gesetzlich vorgeschriebenen Erdölreserven Deutschlands gelagert werden. Pipelines verbinden Wilhelmshaven mit Hamburg und der Raffinerie in Wesseling bei Köln. Ein weiteres Standbein der Wirtschaft ist die Chlorelektrolyse auf dem Voslapper Groden, begünstigt durch den Hafen, Rohölumschlag und die Salzvorkommen der Kavernen. Planungen, den Chemiestandort am tiefen Jadefahrwasser zu erweitern, sollen bis 2008 realisiert werden. Dazu gehört auch der geplante Anschluss an das Ethen-Pipelinesystem nach Nordrhein-Westfalen und in die Elbe-Region. Neben der privaten Wirtschaft ist die Bundeswehr als öffentlicher Arbeit- und Auftraggeber ein wichtiger Wirtschaftfaktor in Wilhelmshaven. Außer dem Marinearsenal, dem Marinestützpunkt mit den dort beheimateten Schiffen, dem Kommando Marineführungssysteme und dem neuen Logistikzentrum der Bundeswehr gibt es eine Anzahl kleinerer Dienststellen und Kommandos, die wichtige Auftraggeber für die Wilhelmshavener Wirtschaft sind. Es wird erwartet, dass die Anzahl der Soldaten und zivilen Beschäftigten der Bundeswehr in den nächsten Jahren bei 8.000 bis 8.500 etwa konstant bleiben wird, so dass statistisch jeder 10. Einwohner dort beschäftigt sein wird.

Verkehr

In Wilhelmshaven beginnt die Bundesautobahn A29 in Richtung Süden, die über Oldenburg (Oldb) zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide (Anschluss an die A1 Dortmund-Bremen) führt. Ferner führt die Bundesstraße B210 in westliche Richtung über Jever und Aurich nach Emden. Der Wilhelmshavener Hauptbahnhof führt eine Bahnlinie nach Oldenburg-Osnabrück (KBS 392) und eine weitere über Jever und Wittmund nach Esens (KBS 393). Beide Strecken werden im Stundentakt von der NordWestBahn bedient. Darüber hinaus verkehren einzelne Direktzüge zwischen Wilhelmshaven und Bremen. Die Strecke Wilhelmshaven - Oldenburg, sowie die Strecke Wilhelmshaven - Esens ist nicht mit Oberleitungen ausgestattet. Eine Elektrifizierung ist mit Bau des JadeWeserPorts geplant. Die Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven soll in Zukunft evtl. zweigleisig ausgebaut werden. Der jetzige Zustand der Strecke resultiert aus den Folgen des Krieges. Vor dem Krieg war die Strecke durchgehend zweigleisig. Auf dem Wasserweg kann man per Sportboot über den Ems-Jade-Kanal von Wilhelmshaven aus auch die ostfriesischen Städte Aurich und Emden erreichen. Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen 6 innerstädische Buslinien der Stadtwerke Wilhelmshaven - Verkehrsbetriebe. Weitere regionale Anbindungen zum Beispiel nach Jever oder Aurich werden im Auftrag des Weser-Ems-Bus Verkehrsbertiebs übernommen. Der innerstädische Betrieb erfolgt in der Hauptgeschäftszeit im 20-Minuten-Takt, nach 20:00Uhr im Stundentakt.

Medien

In Wilhelmshaven erscheint als Tageszeitung die Wilhelmshavener Zeitung. Als Gegenöffentlichkeit versteht sich die alternative Zweimonatszeitung Gegenwind. Radio Jade ist das Lokalradio. Dieser Sender hatte seinen Sendestart am 30. September 1997 und wird durch einen geringen Anteil der Rundfunkgebühren gespeist.

Öffentliche Einrichtungen


- Bundesausführungsbehörde für Unfallversicherung (Unfallkasse des Bundes)
- Künstlersozialkasse
- Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven
- Forschungsinstitut Senckenberg
- Institut für Vogelforschung
- Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung
- Forschungszentrum Terramare
- Nationalparkverwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer
- Deutsches Windenergie-Institut DEWI [http://www.dewi.de ]
- Stadtbücherei Wilhelmshaven [http://www.stadtbuecherei-wilhelmshaven.de ]
- Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

Bildung, Forschung und Lehre

Wilhelmshaven, das bereits von 1949 bis 1962 Sitz der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft gewesen war, wurde 1971 Sitz der Fachhochschule Wilhelmshaven, die seinerzeit durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurakademie Wilhelmshaven und einer Akademie für Betriebswirte entstand und auf Ingenieurwissenschaften und Wirtschaft konzentriert war. Im Jahr 2000 fusionierte diese Fachhochschule mit der Fachhochschule Oldenburg und der Fachhochschule Ostfriesland zur Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, die nunmehr mit rund 9.500 Studenten die größte Fachhochschule des Landes Niedersachsen ist. Die Studienstandorte dieser Fachhochschule befinden sich neben Wilhelmshaven in Emden, Elsfleth, Leer (Ostfriesland) und Oldenburg. Seit 1938 ist das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven ansässig. Die am Institut in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit tätigen Wissenschaftler (Archäologen, Botaniker, Geologen, Geographen) erforschen die Landschafts- und Siedlungsgeschichte im niedersächsischen Küstenraum. Das 1990 in Wilhelmshaven gegründete Forschungszentrum Terramare (FTM) ist eine wissenschaftliche Dienstleistungseinrichtung, die institutionell zu 100 Prozent aus Landesmitteln gefördert wird. Die Institution unterstützt in Wilhelmshaven die Institute für historische Küstenforschung, für Vogelforschung, das Senckenberg-Institut und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Belangen der Flachmeer-, Küsten- und Meeresumweltforschung. Es kooperiert dabei mit der Meeresstation des universitären Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Sitz dieser Einrichtung ist Oldenburg, ihre Meeresstation befindet sich in einem Teil der Räumlichkeiten des FTM. Die Deutsche Windenergie-Institut GmbH, DEWI, eine 100%ige Gesellschaft das Landes Niedersachsen mit dem Hauptsitz in Wilhelmshaven leistet zum Thema Windenergie alle Arten von Messungen, Energie-Prognosen, Studien, Weiterbildung, technische, wirtschaftliche und politische Beratung für Industrie, Windpark-Entwickler, Banken, Regierungen und öffentliche Verwaltungen. Das DEWI betreibt ein Testfeld mit verschiedenen Windenergieanlagen am Stadtrand von Wilhelmshaven.

Tourismus

Wilhelmshaven profitiert vom Tourismus an der Nordseeküste. Es verfügt auch über eigene Beherbergungskapazitäten, zieht jedoch als städtisches Zentrum mit Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten vornehmlich Touristen aus den umliegenden Badeorten an. Von den beiden städtischen Stränden Südstrand und Geniusstrand wird letzterer im nächsten Jahr dem JadeWeserPort weichen müssen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- [http://www.landesbuehne-nord.de Stadttheater Wilhelmshaven - Landesbühne Niedersachsen Nord GmbH]
- [http://www.ndb-wilhelmshaven.de Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven]

Museen

Stränden
- Deutsches Marinemuseum Wilhelmshaven
- Kunsthalle Wilhelmshaven
- Neues Küsten-Museum
- wal.welten
- Das Wattenmeerhaus
- Das Piraten(a)müseum
- [http://www.oceanis.de Oceanis] (Unterwasserausstellung mit Animation)

Bauwerke

Kunsthalle Wilhelmshaven Kunsthalle Wilhelmshaven Kunsthalle Wilhelmshaven Kunsthalle Wilhelmshaven
- Das Rathaus, gelegentlich auch "die Burg am Meer" genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde gebaut von Fritz Höger.
- Burg Kniphausen
- Kaiser-Wilhelm-Brücke, erbaut 1903 - 1907 als größte Drehbrücke Europas
- Leutturm am Geniusstrand in Voslapp
- Kirchen
  - Evangelisch-lutherische Christus- und Garnisonkirche
  - Heppenser Kirche
  - St. Jakobi-Kirche, älteste Kirche auf dem Stadtgebiet Wilhelmshavens, erbaut im 14. Jh.;
  - bekannter unter dem Namen: Neuender Kirche.
  - Evangelisch-methodistische Kirche, Schulstraße
  - Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Kreuzkirche, Schulstraße
  - Katholische Kirche St. Willehad (erbaut 1910), Bremer Straße

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- [http://www.aquarium-wilhelmshaven.de Aquarium]
- Feuerschiff Weser: "Norderney". Baujahr 1906, bis 1981 im Einsatz. Das ehemalige Segelschiff, das im Laufe der Jahre zum Feuerschiff umgebaut wurde, kann kostenlos besichtigt werden.
- Botanischer Garten
- Südstrand - einziger an der Nordseeküste
- Leuchtturm Arngast im Jadebusen
- Nassauhafen
- Signalturm

Regelmäßige Veranstaltungen


- [http://www.gemini-whv.de/ Senioren Seminare]
- [http://www.wochenendeanderjade.de/ Wochenende an der Jade] (jeweils am ersten Juliwochenende)
- NordWestSchau
- [http://www.whv.net/ IT Messe WHV.Net] jeden September in der Stadthalle
- GNU/Linux Informationstage
- NordWestKunst (alle zwei Jahre in der Kunsthalle)
- Ausstellung WHV.NET (jährlich)
- JadeWeserPort-Cup (Segelregatta für Traditions- und Großsegler jeweils um den 3. Oktober zwischen dem Stadthafen und dem geplanten JadeWeserPort)
- Heimspiele des Eishockeyclub Wilhelmshaven EC Wilhelmshaven
- Heimspiele Bundesliga Handball des Wilhelmshavener Handballvereins (WHV)
- Heimspiele des Fußball-Oberligister SV Wilhelmshaven
- Öffentliches Labskaus-Essen (jährlich). Portionen-Weltrekord
- Börsen der Aquarienfreunde Wilhelmshaven e.V.

Persönlichkeiten

Folgende Personen sind in Wilhelmshaven geboren. Ob sie später ihren Wirkungskreis in Wilhelmshaven hatten oder nicht, ist dabei unerheblich.
- 1794, 17. Januar, Eilhardt Mitscherlich, † 28. August 1863 in Berlin, Chemiker, Erforschung kristalliner Strukturen.
- 1874, 24. September, Kurt Doerry, † 4. Januar 1947 in Berlin, Sportjournalist, Sportler (1896 Deutscher Meister über 100 Meter und 200 Meter), Vorsitzender des Hockey-Bundes 1909-1919
- 1898, 8. August, Georg Joel, † 1981, Ministerpräsident von Oldenburg 1933-45
- 1915, 25. September, Peter Mösser, Schlagerkomponist und -texter ("Heimatlos", "Der lachende Vagabund")
- 1929, 14. September, Hans Clarin, † 28. August 2005 in Aschau (Chiemsee), Schauspieler ("Pumuckl"), Sänger ("Hurra, der Pumuckl ist wieder da")
- 1949, 31. Dezember, Rainer Fetting, Bildender Künstler, einer der wohl wichtigsten Maler der Neuen Wilden, der auch international Ansehen errungen hat
- 1947, 4. September, Peter Behrens, Schlagzeuger von der Gruppe Trio NDW
- 1956, 18. Juli, Holger Thomas, Schlagersänger ("Mein Hit heißt Susi Schmidt")
- 1940 Schauspieler Kurt Stadel Untrennbar verbunden mit der Stadt Wilhelmshaven sind auch die Namen der folgenden Personen:
- König Wilhelm I. von Preußen, Namensgeber der Stadt
- Prinz Adalbert von Preußen (1811-1873), Admiral, Befürworter und Förderer der Gründung Wilhelmshavens
- Friedrich Graf von Baudissin, (1852-1921), Admiral, Ehrenbürger von Wilhelmshaven
- Hermann Buschkämper (Bielefeld 1902)
- Georg Harms-Rüstringen (Rüstringen 1890)
- Helmut Heissenbüttel (Rüstringen 1921) Siehe auch: Wilhelmshavener Kinderhilfe

Literatur


- "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte" Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1952
- Handlögten/Venske, "Dreckiger Sumpf. Vertrauliche Aufzeichnungen und Bekenntnisse aus der Provinz." Hamburg 1984
- Werner Brune [Hrsg.]: Wilhelmshavener Heimatlexikon Teil 1-3, Wilhelmshaven 1986-1987

Weblinks


- http://www.wilhelmshaven.de/ Offizielle Internetpräsenz der Stadt
- http://www.wilhelmshaven-online.de/ wilhelmshaven-online.de
- http://www.whv-online.de/ whv-online.de
- http://www.whvportal.de/ whvportal.de
- http://www.fh-oow.de/ Fachhochschule Oldenburg, Ostfriesland, Wilhelmshaven
- http://www.kunsthalle-wilhelmshaven.de / Kunsthalle Wilhelmshaven
- http://www.langer-heinrich.de.vu/ Schwimmkran
- http://www.luftschutzbunker-wilhelmshaven.de/ Dokumentation über Luftschutzbunker in der Stadt
- http://www.entdeckungen-whv.de.vu/ Interessante Entdeckungen in der Stadt
- http://www.jade-weser-port.de/ JadeWeserPort
- http://www.martinzimmermann.com/wilhelmshaven.html Fotos von Wilhelmshaven
- http://www.whv-touristik.de/ Touristen Informationen rund um Wilhelmshaven
- http://www.radio-jade.de/ Radio Jade - Regionaler Rundfunksender in Wilhelmshaven
- http://www.ruestersiel.de/ Rüstersiel, das Dorf in der Stadt
- http://www.stadtbuecherei-wilhelmshaven.de/ Stadtbücherei Wilhelmshaven
- http://www.djk-whv.de/ DJK Schwarz-Gelb Wilhelmshaven
- http://www.nordwestreisemagazin.de/wilhelmshaven Fotos - Kunst, Kultur und Parks ! Kategorie:Friesland Kategorie: